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09:44 22 September 2019
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    Österreichs Innenminister Herbert Kickl in Wien

    Ibiza-Affäre in Österreich: Kurz entlässt Innenminister Kickl

    © REUTERS / LISI NIESNER
    Politik
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    Ibiza-Gate: Regierungskrise in Österreich (45)
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    Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird vor dem Hintergrund der schweren Regierungskrise dem Bundespräsidenten die Entlassung des Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) vorschlagen. Dies teilte Kurz in einer Pressekonferenz am Montag mit.

    Nach dem Skandal-Video von Ibiza brauche es nun „vollständige Transparenz” und „lückenlose Aufklärung”. 

    „Es hat sich eine Partei massiv selbst beschädigt“, sagte der österreichische Kanzler in Wien. International sei „ein großer Schaden des Landes entstanden“.

    Zunächst hatte Kurz dem FPÖ-Innenminister zwar mangelnden Aufklärungswillen vorgeworfen, aber noch nicht von dessen Entlassung gesprochen.

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    Sollte die FPÖ ihre Minister aus Solidarität mit Kickl aus dem Kabinett abziehen, würden ihre Posten von Experten oder Spitzenbeamten übernommen, fügte Kurz hinzu. Zuvor hatten FPÖ-Minister damit gedroht, bei der Entlassung von Kickl ihre Ämter niederzulegen. 

    Am vergangenen Freitag war ein Video veröffentlicht worden, in dem der – mittlerweile zurückgetretene – österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache eine vermeintliche lettische Milliardärin um Wahlkampfspenden bittet und im Austausch Staatsaufträge anbietet. Allerdings hatte Strache die Frau offenbar für die Nichte eines russischen Oligarchen gehalten. 

    Die angebliche Russin soll dabei angeboten haben, bei der österreichischen „Kronen Zeitung” als Investorin einzusteigen und Strache danach zu unterstützen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Österreich: Ex-Kanzler Kern empfiehlt Kurz Rücktritt<<<

    Die Opposition hatte sofort von dem größten politischen Skandal in Österreich in den letzten Jahren gesprochen und Neuwahlen gefordert.

    Das mit versteckter Kamera gefilmte Video soll im Juli 2017 in einer Villa auf Ibiza entstanden sein. Es wurde vom „Spiegel” und von der „Süddeutschen Zeitung” verbreitet. 

     

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