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01:31 22 September 2019
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    Becher (Symbolbild)

    Umweltministerin will Produzenten von Einweg-Kaffeebechern zur Kasse bitten

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    Politik
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    Im Kampf gegen Einweg-Kaffeebecher will Umweltministerin Svenja Schulze die Produzenten in die Pflicht nehmen und stärker zur Kasse bitten, teilt die Agentur Reuters am Dienstag mit.

    „Wir werden die Hersteller von Einwegbechern künftig stärker zur Kasse bitten”, kündigte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie des Umweltbundesamtes an. Es gehe darum, Einwegverpackungen soweit wie möglich zurückzudrängen.

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    „Die Kosten können stärker auf die zugespitzt werden, die dies verursachen.” Zudem wolle man das Mehrwegsystem ausbauen. „Wir werden rasch in der Regierung entscheiden, wie wir diesen Ansatz stärken können.”

    Neue EU-Richtlinien gegen Einwegverpackungen gäben den nationalen Regierungen nun neuen Spielraum. Eine Trendwende sei nötig, da auf jeden Deutschen im Jahr allein 220 Kilogramm Verpackungsmüll entfielen.

    „Es hat sich eine Wegwerfmentalität breitgemacht”, so Schulze weiter.

    Die Deutschen nutzen für Kaffee oder Tee jedes Jahr 2,8 Milliarden Einwegbecher, hieß es. Die meisten „Coffee-To-go”-Becher und -Deckel landen im Müll oder in Parks und Straßen. Mehr als die Hälfte sind kunststoffbeschichtete Papierbecher, der Rest reine Kunststoffbecher. „Jeder Einwegbecher, der genutzt wird, ist einer zu viel”, erklärte die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), Maria Krautzberger. „Einwegbecher verschwenden Ressourcen und verschmutzen unsere Umwelt.”

    Das Umweltbundesamt schlägt vor, zum einen ein Abgabe auf die Einweg-Becher zu erheben, beispielsweise 20 Cent. Diese sollten in einen Fonds eingezahlt werden, mit dem die Reinigung von Straßen und Parks oder das Recycling bezahlt werden könne. Zug um Zug soll dann aber das Mehrwegsystem greifen und Mehrwegbecher ausgegeben werden. Getränke aus Einwegbechern müssten zudem dann immer teurer sein als solche aus Mehrwegbechern.

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    Zuvor war berichtet worden, das EU-Parlament das Verbot vieler Wegwerfprodukte aus Plastik auf den Weg gebracht hatte. Die große Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch in Straßburg für entsprechende neue Regeln, die vor allem die Meere vor Vermüllung bewahren sollen. Vom europäischen Markt verschwinden sollen ab 2021 nur Produkte, für die es bereits Alternativen gibt. Dazu gehören unter anderem Plastikteller und —besteck sowie Strohhalme, Luftballonstäbe und Wattestäbchen aus Kunststoff. Auch Behälter und Becher aus aufgeschäumtem Polystyrol sollen verbannt werden, genau wie Produkte aus sogenanntem oxo-abbaubarem Kunststoff, weil das Material in Mikroplastik zerfällt und Umwelt und Gesundheit belasten kann, hieß es.

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    Tags:
    Becher, Kaffee, Umwelt, Deutschland