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13:05 23 September 2019
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    Heinz-Christian Strache (Archiv)

    „Abenteuerlich“ und „wie in schlechtem Film“: So kamen Journalisten zu Strache-Video

    © REUTERS / LEONHARD FOEGER
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    Ibiza-Gate: Regierungskrise in Österreich (45)
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    Der „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ haben berichtet, wie ihre Journalisten an das Ibiza-Video mit dem ehemaligen österreichischen Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gelangten und warum sie die Mitschnitte vor der EU-Wahl veröffentlichten.

    Laut den Redaktionen verlief die Übergabe der Aufnahmen „abenteuerlich“ und wie in einem „schlechten Film“. Der „SZ“-Journalist Bastian Obermayer sprach in einem auf der offiziellen Webseite der Zeitung veröffentlichten Video von einem Treffen in einem verlassenen Hotel.

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    „Wir wurden an einen drei Stunden entfernten Ort gelotst“, so der Reporter.

    Man habe vorher nicht gewusst, wohin genau. An einer Tankstelle habe man dann gewartet. Schließlich wurde das Filmmaterial in einem „verlassenen Hotel“ übergeben. „Also, wie man es sich in einem schlechten Film vorstellt“.

    Das Material wurde dem „Spiegel“ zufolge im Juli 2017 gefilmt. Die Journalisten erhielten die Videos selbst erst im Laufe des Mai. Die Aufarbeitung sei aber schwierig verlaufen, teilte Leila Al-Serori von der „SZ“ mit. Die Tonqualität sei schlecht gewesen. Zudem habe auch der österreichische Dialekt Probleme bereitet. Auch sei sehr viel Russisch gesprochen worden.

    Forensiker untersuchten das Video

    Externe Foto- und Daten-Forensiker untersuchten dem „Spiegel“ zufolge, ob auf den Videos ganz sicher Strache und sein Parteikollege Johann Gudenus zu sehen sind. Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie analysierte zudem die Videos und Tonspuren, um auszuschließen, dass es sich um gefälschte oder manipulierte Aufnahmen handelt.

    „Das Ergebnis: Es konnten keinerlei Hinweise auf eine Manipulation festgestellt werden“, schreibt der „Spiegel“.

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    Der österreichische Finanzminister Hartwig Löger (l.) (Archiv)
    © REUTERS / LEONHARD FOEGER
    Die Zeitungen veröffentlichten demnach jene Ausschnitte aus dem Video, die Aussagen enthalten, die „wegen ihrer politischen Brisanz von außerordentlichem öffentlichen Interesse sind“. In den mehr als sechs Stunden langen Aufnahmen werde auch viel Irrelevantes gesprochen. An einigen Stellen gehe es um hochrangige Politiker und ihr Privatleben.

    „Es sind diskreditierende, verleumderische Äußerungen, die hier fallen und in der Öffentlichkeit nichts verloren haben“.

    Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (Archivbild)
    © AP Photo / Pool / Alastair Grant
    Vor der Europawahl veröffentlicht

    Für die Veröffentlichung des Videos war laut dem „Spiegel“ allein entscheidend, dass „wir die Prüfung des Materials abschließen konnten“. Der Termin sei nicht bewusst vor die Europawahl gelegt worden. „Hätte die Prüfung länger gedauert, hätten wir die Veröffentlichung aufgeschoben“.

    Die Zeitungen mussten offenbar die Informanten für das Material nicht entlohnen. Der „Spiegel“ verriet nicht, woher die Journalisten das Material haben. Das wurde mit dem Schutz der Quelle begründet.

    Das Ibiza-Video

    Vergangenen Freitag war ein Video veröffentlicht worden, in dem Heinz-Christian Strache eine vermeintliche lettische Milliardärin um Wahlkampfspenden bittet und im Austausch Staatsaufträge anbietet. Allerdings hatte der mittlerweile zurückgetretene österreichische Vizekanzler die Frau offenbar für die Nichte eines russischen Oligarchen gehalten.

    Die angebliche Russin soll dabei angeboten haben, bei der österreichischen „Kronen Zeitung” als Investorin einzusteigen und Strache danach zu unterstützen.

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    Die Opposition hatte sofort von dem größten politischen Skandal in Österreich in den letzten Jahren gesprochen und Neuwahlen gefordert.

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    Themen:
    Ibiza-Gate: Regierungskrise in Österreich (45)
    Tags:
    Falle, Journalisten, Journalistik, Journalist, Politiker, Skandal, Video, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Der Spiegel, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Johannes Gudenus, Heinz-Christian Strache, Deutschland, Österreich