22:33 24 Juni 2019
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    Kosovo-Sicherheitskräfte (KSF) bei einer Parade in  Pristina (Archiv)

    Ein Stück Serbien für Groß-Albanien? USA werden gebeten, bei Kosovo-Beitritt zu helfen

    © AFP 2019 / ARMEND NIMANI
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    Albaner aus den südlichen Gemeinden Serbiens wollen dieselben Rechte „wie die kosovarischen Serben im Norden“, an den Kosovo-Verhandlungen teilnehmen und dem Kosovo beitreten. Diesmal baten sie um Unterstützung des US-Kongresses und -Außenministeriums.

    Der Präsident der selbsternannten Republik Kosovo, Hashim Thaçi, hat nichts gegen das Anliegen der Albaner aus dem Süden Serbiens und bietet Belgrad im Tausch gegen ein weiteres Stück seines Territoriums großzügig eine „europäische Zukunft“ an.

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    Vor einer Woche weilten Vertreter der albanischen Gemeinschaft aus dem Süden Serbiens, wo die Gemeinden Bujanovac, Presevo und Medvedja mit einem bedeutenden Anteil der albanischen Bevölkerung liegen (die Albaner nennen diese Regionen das Presevo-Tal), auf Einladung des US-Kongresses in Washington zu Besuch. Zu den Teilnehmern der Delegation gehörten der Chef der Gemeinde Bujanovac Shaip Kamberi, der Vorsitzende der Demokratischen Partei der Albaner (DPA), Ragmi Mustafa, und Ardita Sinani von der Partei für demokratische Aktion (PDD), die ebenfalls die Interessen der albanischen Minderheit in Serbien vertritt.

    Am 20. Mai, einige Tage nach der Rückkehr von der Reise, sagte Shaip Kamberi, dass die beste Lösung für den Süden Serbiens der Beitritt zum Kosovo sei, und das so genannte Presevo-Tal die Möglichkeit bekommen solle, am Dialog zwischen Belgrad und Pristina teilzunehmen.

    Kamberi sagte gegenüber Sputnik, dass die Delegation der serbischen Albaner es geschafft habe, ihre Probleme mit hochrangigen Vertretern der US-Administration, die für die Balkan-Region zuständig seien, zu erörtern.

    „Wir waren im US-Außenministerium, Kongress und Senat, berichteten über unsere Probleme und baten, das Thema des Presevo-Tals in die weiteren Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina aufzunehmen, weil wir denken, dass der Vertrag zwischen ihnen ohne die Lösung dieser Frage nicht abgeschlossen wäre. Auch die Sicherheitsfragen im Westbalkan können nicht ohne Lösung unserer Frage abgeschlossen werden“, sagte Kamberi.

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    Er erinnerte daran, dass Pristina eine neue Verhandlungsplattform akzeptiert habee, auf deren Grundlage Pristina von Belgrad Gegenseitigkeit fordern wolle, also die Verleihung derselben Rechte für die Albaner im Süden Serbiens, welche die Serben im Norden des Kosovo haben. Es handele sich um „das Recht, an der Arbeit der Polizei, Justizorgane, der Regierung und anderer Staatsinstitute teilzunehmen“, so Kamberi. (Allerdings wird den Albanern in Serbien nicht verboten, in Staatsorganen zu arbeiten, weshalb das wohl eine umstrittene These ist – Anm.d.Red.).

    Kamberi zufolge wollen die Albaner aus dem Presevo-Tal an den Verhandlungen teilnehmen, er wisse aber nicht, ob ihr Wunsch in Erfüllung gehe, weil das von der Position Belgrads und Pristinas sowie der Tatsache abhänge, ob es zum Gebietstausch kommen werde (vermutlich wird das Schema „der serbische Norden des Kosovo gegen den albanischen Süden Serbiens“ gemeint – Anm.d.Red.).

    Auf die Frage, was die Amerikaner davon halten, mit denen er in Washington sprach, sagte er: „Sie sammelten alle notwendigen Informationen, wir warten jetzt auf Reaktion“.

    Die Politologin Jelena Vukoicic ist davon überzeugt, dass das Gastspiel der serbischen Albaner in den USA nur ein weiteres Mittel sei, um bei Belgrad Eindruck zu schinden, aber nichts Ernsthaftes aus dieser Initiative resultieren werde.

    „Natürlich würden sie ein solches Szenario begrüßen, ihre Ambitionen bezüglich ‚eigener‘ Gebiete, die ihnen zufolge ein Teil von Groß-Albanien sein sollen, kennen keine Grenzen. Doch ich meine, dass ihre politischen Anführer verstehen, dass jene, die ihnen erlaubten, den Staat Kosovo zu bilden, sie nicht bei der Schaffung ihrer perfekten albanischen Supermacht unterstützen werden. Das wird nur getan, um Serbien unter Druck zu setzen und zum Verzicht auf Kosovo und Metochien zu zwingen“, so die Expertin.

    Der Expertin Vukoicic zufolge werden die Versuche, Belgrad ein neues Szenario aufzudrängen, das die weitere Aufnahme von Gebieten vorsieht, weder von Washington noch von Brüssel unterstützt.

    „Was könnte das dann bedeuten? Dass Albanern grünes Licht gegeben wird, damit sie die Balkan-Staaten auseinander reißen? Alle verstehen, dass sie das selbst nicht schaffen werden, sie haben keine Kräfte und keinen starken Mechanismus dazu. Sie hätten auch kein Kosovo bekommen, hätte es keine Bombenangriffe auf Jugoslawien gegeben. Ich glaube nicht, dass die Nato für ein Groß-Albanien einen Krieg gegen Serbien, Griechenland, Montenegro entfachen würde. Allerdings könnte diese Rhetorik von einem Teil der US-Administration unterstützt werden, die sie nutzt, um Serbien unter Druck zu setzen“, so die Expertin.

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    Lösung, Presevo, Szenario, Beitritt, Minderheit, Europa, Zukunft, Ambitionen, Bevölkerung, Westbalkan, Balkan, USA, EU, EU, EU, EU-Beitritt, Territorium, Pristina, Belgrad, Albanien, Albaner, US-Administration, US-Außenministerium, Unterstützung, US-Kongress, Verhandlungen, Nordkosovo, Kosovo, Außenministerium Serbiens