17:56 06 Dezember 2019
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    Protest gegen Kirchenbau in Jekaterinburg

    Kirchenstreit in Jekaterinburg: Erfolg für Protestler? Gouverneur lenkt ein

    © Sputnik / Pawel Lissizin
    Politik
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    Die Lösung des Kirchenstreits im russischen Jekaterinburg scheint näher zu rücken: Der Gouverneur des Gebietes Swerdlowsk, Jewgeni Kuwajschew, hat vorgeschlagen, einen anderen Ort für den Wiederaufbau der in der Stalin-Zeit gesprengten Kathedrale zu finden.

    So kommentierte er die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des staatlichen Meinungsforschungszentrums WZIOM. Diese wurde erst nach der direkten Einmischung des russischen Präsidenten Wladimir Putin in den Streit durchgeführt.

    Die Erhebung ergab, dass fast drei Viertel der Einwohner von Jekaterinburg den Park im Zentrum der Stadt nicht für einen geeigneten Ort für den Bau der Kathedrale halten.

    „Diese Daten zeigen, dass bei der Wahl der Baustelle Fehler gemacht wurden, die Meinung der Bürger wurde nicht zur Gänze berücksichtigt“, so Kuwajschew.

    Der Gouverneur versprach, den Bürgermeister von Jekaterinburg, Alexander Wysokinski, darum zu bitten, bei der geplanten Befragung von Einwohnern den Park von der Liste der möglichen Baustellen zu streichen.

    Der Bürgermeister der Ural-Metropole hatte zuvor erklärt, die Umfrageergebnisse seien für einen endgültigen Beschluss der Behörden nicht entscheidend. Man werde sich nach den Ergebnissen einer Studie richten, die noch vorbereitet werde.

    Die Stadtleitung von Jekaterinburg wollte zuvor in einem Park im Stadtzentrum die St. Katharina-Kirche wiederaufbauen, die von den Bolschewiki im Frühjahr 1930 zerstört worden war. Die neue Kirche soll 2023 anlässlich des 300. Geburtstages der Stadt fertig sein.

    Weil dabei eine der wenigen Grünflächen in der Industrie-Metropole verschwinden muss, protestierten Hunderte Bewohner tagelang gegen das Vorhaben. Sie belagerten den Park und gerieten mit den Sicherheitskräften und mit Gläubigen aneinander. 

    Vergangene Woche hatte Putin erstmals zu dem Konflikt Stellung bezogen. Das Problem müsse „im Interesse aller“ gelöst werden, sagte der Kremlchef während eines Medienforums in der Schwarzmeerstadt Sotschi. „Die Meinung der Bewohner muss unbedingt berücksichtigt werden“, betonte er. Der beste Weg wäre ihm zufolge eine Volksbefragung.

    Kaum eine halbe Stunde später kündigte die Stadtverwaltung von Jekaterinburg an, umgehend eine Volksbefragung zu organisieren.

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