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    Vorsitzende der CDU-Jugendorganisation Paul Ziemiak (l.) und Philipp Amthor im deutschen Bundestag (Archivbild)

    „Merkels Bubi” Amthor darf nicht auf CDU-Abrechnung antworten – Ziemiak stößt auf Enttäuschung

    © AP Photo / Ferdinand Ostrop
    Politik
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    Geduldig haben die CDU-KritikerInnen auf das ursprünglich für Mittwochnachmittag angekündigte Video gewartet, das eigentlich eine Antwort auf die „Zerstörung der CDU”, eine Abrechnung durch den Youtuber Rezo hatte sein sollen. Doch es kam nicht. Nun müssen die CDU-KritikerInnen das verkraften.

    Philipp Amthor, der mit 26 Jahren jüngste Bundestagsabgeordnete von der CDU, von der Presse einst als „Merkels Bubi” geweiht, sollte die Aufgabe der Antwort eigentlich übernehmen und damit unter anderem auf die Vorwürfe wegen „Propaganda und Unwahrheiten gegen die junge Generation” eingehen. Nachdem das Video bereits am Dienstagabend vor der Kulisse des CDU-Wahlwerbespots von Elmar Brok aufgenommen worden sein soll, soll es am Mittwochmorgen im Konrad-Adenauer-Haus in gut zwei Stunden fertiggestellt worden sein.

    Doch das Video kam nicht. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) hat der Parteivorstand die Veröffentlichung verhindert. Offenbar durfte „ein einfacher Bundestagsabgeordneter“ nicht auf die Vorwürfe des YouTubers antworten und damit - Gott bewahre - den Generalsekretär Ziemiak politisch beschädigen.

    Das mindestens seit dem Strache-Fall mit amüsanten Videos verwöhnte Netzpublikum ist sofort in Enttäuschungspostings ausgebrochen. Viel mehr Unmut bewirkten dann alle sieben Postings von Ziemiak, der sich angeblich nicht aller Twitter-Funktionen bewusst ist. „Lass uns miteinander reden. Wir machen das in der CDU seit 70 Jahren: Wir zerstören einander nicht, sondern wir hören einander zu, wir reden miteinander, wir finden gemeinsame Lösungen“, so die Botschaft des CDU-Generalsekretärs.

    Um auf die Kritik zu antworten, die gerade Tausende von CDU-Lesern bewegt, will Ziemiak den Blogger zum persönlicher Gespräch bitten, wo auch Amthor zugegen sein könnte. 

    Doch die meisten Leser wollen sich von diesen abstrakten Botschaften nicht einlullen lassen. So schlägt der Nutzer Frank Behrend vor, mit dem Blogger Rezzo live gestreamt im Netz zu diskutieren, statt Tweets abzusetzen.

    Auf das Argument von Ziemiak, die Volkspartei CDU gebe es überhaupt nur, weil „unser Europa einmal völlig zerstört war“, reagieren die Nutzer mit Gegenschlägen:

    Der Nutzer Jens Pätzold wirft der CDU Inkompetenz in Frage Kommunikationsstrategie vor.  

    Der Nutzer 3Plusss verwies dabei noch auf die Reaktion der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) auf das Rezo-Video.

    AKK sagte am Mittwoch in Bezug auf das Video: „Ich habe mich gefragt, warum wir nicht eigentlich auch noch verantwortlich sind für die sieben Plagen, die es damals in Ägypten gab“, - und wurde dafür verspottet. Denn es waren zehn biblische Plagen: Blut, Frösche, Stechmücken, Stechfliegen, Rinderpest, Schwarze Blattern (Geschwüre), Hagel, Heuschrecken, Finsternis und der Tod aller Erstgeborenen. Die Verspottung bezieht sich darauf, dass AKK als Vorsitzende einer christlichen Partei ausgerechnet beim Thema Bibelkenntnis ein faktischer Fehler unterläuft – während die CDU behauptet, dass Rezos Abrechnung mit der CDU, bereits über fünf Millionen Mal angeklickt, nicht auf Fakten beruhe. Paul Ziemiak hatte es am Mittwoch als „eine Mischung aus ganz vielen Pseudo-Fakten“ bezeichnet.

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    Anders als Ziemiak ging der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, der einstige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz, auf das Rezo-Video ein, sowohl bei der Klima-, als auch bei der Nato-Politik. „Wir verdanken unsere Sicherheit der NATO und der Präsenz amerikanischer Truppen in Europa und Deutschland. Wir können den Amerikanern nicht vorschreiben, welche Bewaffnung sie zum Schutz ihrer Truppen für erforderlich halten, wenn wir nicht ihren Abzug riskieren wollen“, schrieb er unter anderem.

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    Tags:
    Kritik, cdu, Philipp Amthor, Paul Ziemiak