19:56 09 Dezember 2019
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    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (Archiv)

    „Sie sind in ihre Länder verliebt!“: Juncker teilt gegen „dumme Nationalisten“ aus

    © AP Photo / Francisco Seco
    Politik
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    Im Vorfeld der Europawahl übt der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heftige Kritik an Euroskeptikern. In seinem jüngsten Interview mit dem TV-Sender CNN hat er über die Bedrohung für die europäische Solidarität durch nationalistische Politiker gesprochen.

    Laut dem Bericht haben Populisten nach aktuellen Umfragen gute Chancen, nach den kommenden Wahlen in allen 28 EU-Ländern die mächtigste Fraktion im Parlament zu bilden, was sich nachhaltig auf die Zukunft der Union sowie des gesamten Kontinents auswirken wird.

    „Diese Populisten, Nationalisten, dummen Nationalisten, sie sind in ihre eigenen Länder verliebt”, sagte Juncker.

    Auf die Frage, warum EU-Kritiker mehr Erfolg bei der Mobilisierung ihrer Wählerbasis als Pro-Europäer haben, äußerte er: „Es ist immer einfacher, negative Kräfte zu mobilisieren als positive Kräfte.”

    Allerdings sehe er einen Hoffnungsschimmer in Entwicklungen seit der britischen Austrittsentscheidung von 2016. Seit dem Brexit gebe es immer mehr EU-Befürworter. Laut Juncker sehen die Menschen schon, was sich vor ihren Augen abspielt, und verstehen so, dass das Ausscheiden aus der Europäischen Union tatsächlich nicht so einfach ist, wie ihnen gesagt wurde.

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    Der ehemalige luxemburgische Premierminister, der seit 2014 die Europäischen Kommission leitet, fügte hinzu, er sei traurig über die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die EU zu verlassen, aber nun wünsche er sich, dass der Brexit endlich vollendet werde:

    „Wir müssen diesen Prozess stoppen, weil er für die allgemeine Atmosphäre in Europa schädlich ist. Er schädigt die Wachstumsperspektiven weltweit.“

    Juncker sagte, er glaube, der beste Weg, den Stillstand beim EU-Austritt zu beenden, sei kein zweites Referendum, sondern die Zustimmung Großbritanniens zu dem Brexit-Deal, den Premierministerin Theresa May mit der EU vereinbart habe.

    Der Kommissionschef ist überzeugt, dass die Unsicherheit über den Brexit nicht nur der EU, sondern auch Großbritannien selbst schade:

    „Ich hoffe, sie werden sich einig sein und die EU bis Ende Oktober verlassen. Ich denke, es ist ihre patriotische Pflicht, eine Einigung zu erzielen”.

    Er hofft jedoch, dass seine Vision von einem Europa der Werte für die jüngere Wählergeneration wieder attraktiv sein werde.

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    Tags:
    Theresa May, Brexit, Kritik, Nationalisten, Jean-Claude Juncker, Europawahl, EU