18:00 20 Juni 2019
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    Chinas Verkehrsminister Li Xiaopeng beim Forum in Leipzig

    Chinas Verkehrsminister in Leipzig: „Seidenstraße gehört der ganzen Welt“

    © REUTERS / MATTHIAS RIETSCHEL
    Politik
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    Armin Siebert
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    Mit Spannung wurde am Donnerstag auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig die Pressekonferenz des chinesischen Verkehrsministers erwartetet. Der Minister versicherte, dass Chinas Jahrhundertprojekt „Neue Seidenstraße“ der ganzen Welt nützen würde. Li Xiaopeng verriet auch, welches Smartphone er nutzt.

    Die „Neue Seidenstraße“ ist noch nicht Schwerpunkt der weltweit größten Konferenz der Verkehrsminister und Transportexperten, die jedes Jahr in Leipzig stattfindet. Trotzdem ist das Interesse groß am chinesischen Verkehrsminister, der am Donnerstag extra aus Peking angereist ist, um Chinas Prestigeprojekt vorzustellen und Fragen zu beantworten. China will in den nächsten Jahren und Jahrzehnten neue Handelsrouten von China vor allem über den eurasischen Raum nach Europa, aber auch nach Afrika und Südamerika erschließen. Die Länder auf der Strecke werden mit milliardenschweren chinesischen Investitionen gelockt. Es gibt aber auch Stimmen, die vor einer zu großen Abhängigkeit von China warnen.

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    Seidenstraßenprojekt gehört der ganzen Welt

    Solche Zweifel versuchte Chinas Verkehrsminister Li Xiaopeng am Donnerstag auf der Pressekonferenz in Leipzig mit chinesischer Freundlichkeit auszuräumen.

    „Auch wenn die Initiative von China ausging, gehört das Seidenstraßenprojekt doch der ganzen Welt“, sagte Li Xiaopeng. Deshalb sei jedes Land willkommen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Der Minister berichtete stolz, dass seit Chinas Staatspräsident Xi Jinping das Projekt „One Belt, One Road“ vor sechs Jahren vorgestellt habe, etwa 180 Vereinbarungen mit vielen Ländern unterzeichnet worden seien.

    Es gehe bei der „Neuen Seidenstraße“ nicht nur um chinesische Interessen, so Li Xiaopeng, sondern „Wir beziehen die Bedürfnisse der einzelnen beteiligten Länder mit ein. Wir arbeiten Hand in Hand mit Verkehrsinitiativen, die es schon gibt in der EU oder in Russland.“

    Li Xiaopeng veranschaulichte dies mit dem Hinweis, dass mehr als 10.000 Züge geplant seien, die regelmäßig nach Europa fahren werden, um Waren dorthin und andere Waren zurückzubringen. So gebe es beispielsweise bereits eine direkte Bahnverbindung zwischen Leipzig und China.

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    „Die Seidenstraße dient dem freien Handel“

    Auf den Vorwurf, dass die „Neue Seidenstraße“ zu einer Abhängigkeit von China führen würde, antwortete der Minister mit großen Worten:

    „Die Seidenstraße dient dem freien Handel, der Interkonnektivität und dem Multilateralismus. Das ist in der jetzigen Zeit genau das richtige Signal.“

    Auf den Einwurf eines Journalisten, dass es in den USA die Einschätzung gebe, dass China heute gefährlicher sei, als die Sowjetunion zu Zeiten des Kalten Krieges, antworte der Minister diplomatisch:

    „Ich glaube, China ist eine der friedlichsten Nationen. Wir haben in unserer Geschichte noch nie ein anderes Land angegriffen.“

    Angesprochen auf das bisherige Verbot der 5G-Technologie der chinesischen Firma Huawei in einigen Ländern, betonte der Minister, dass Huawei eine weltweit geschätzte Firma sei. „Ich selbst nutze ein Huawei-Smartphone und bin sehr zufrieden“, so der Minister. Was den Bann von Huawei betreffe, solle man sich jedoch an die Firma selbst wenden, antwortete Li Xiaopeng. „Generell unterstützen wir aber natürlich unsere Firmen“, ergänzte der Minister.

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    Tags:
    Neue Seidenstraße, Leipzig, Deutschland, Forum, Verkehr, China