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    Presseerklärung des österreichischen Ex-Vize-Kanzlers Heinz-Christian Strache

    „Ich habe Strafanzeige erstattet“ – Strache gibt Erklärung zu Ibizagate ab

    © REUTERS / ÊStrache Facebook/Handout
    Politik
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    Ilona Pfeffer
    19983

    In einer am Freitag bei APA erschienenen Presseerklärung nimmt der österreichische Ex-Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache Stellung zu dem Ibiza-Video. Darin räumt er zwar Fehler ein, betont jedoch, dass das Video rechtswidrig aufgezeichnet wurde und die Verantwortlichen ermittelt werden müssen. Strache hat Anzeige erstattet.

    Er trage eine „gewisse Mitschuld“ an dem „politischen Erdbeben“, das Österreich durch die Veröffentlichung des „rechtswidrig und geheim erstellten Videomitschnitts“ derzeit erlebe, räumt Strache zu Beginn ein. Schließlich sei er es gewesen, der in die „Falle noch Unbekannter getappt“ sei und Gedankenspiele artikuliert habe, die „dumm waren und insbesondere auf dem politischen Parkett völlig inakzeptabel wären“. Für diese Äußerungen schäme er sich und werde nichts davon bestreiten, so der FPÖ-Politiker. Jedoch seien die sieben Minuten des Videomitschnitts aus insgesamt sieben Stunden Material rausgeschnitten und damit aus dem Kontext gerissen worden.

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    Bezogen auf seine Äußerungen zu potentieller Vorteilsgewährung gegenüber der vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte behauptet Strache, keinem Politiker seien solche Gedankenspiele fremd, jedoch seien diese von ihm nie in die Tat umgesetzt worden und seien „nicht mehr als ein Hirngespinst“ geblieben. Weitere Treffen mit der Dame und ihren Begleitern habe es nicht gegeben.

    „Anders als von einzelnen Medien behauptet, kann es auch kein weiteres, mich kompromittierendes Video- oder Ton-Material geben. Weder solches das Treffen auf Ibiza betreffend, noch solches, das davor oder danach entstanden ist. Die Behauptung, es gäbe Szenen, die meine Person beim Konsum von Drogen und sexuellen Handlungen zeigen, ist absurd und schlicht diskreditierend.“

    Er habe für sein Handeln Verantwortung übernommen und alle Ämter und Funktionen niedergelegt. Jetzt fordere er aber auch von Anderen, Verantwortung zu übernehmen und für die lückenlose Aufklärung dessen zu sorgen, wer mit dem Video ihm persönlich und der österreichischen Regierung habe schaden wollen, so Strache weiter.

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    „Es ist mein und muss unser aller Ziel sein, zu erfahren, welche wirtschaftlichen oder politischen Interessen hinter der Destabilisierung der Regierung unseres Landes stehen. Hierauf werde ich nun all meine Energie verwenden.”

    Er habe bei der Wiener Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet, gibt der ehemalige Vize-Kanzler zum Schluss seiner Erklärung an.

    „Ich habe daher bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen zumindest drei als mögliche Mittäter identifizierte Personen eingereicht. Alles Weitere zu klären obliegt nun den Ermittlungsbehörden. Die mögliche Mitwirkung weiterer Personen ist wahrscheinlich. Gegenwärtig gibt es diesbezüglich von mir veranlasste Untersuchungen.”

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    Tags:
    Skandal, Video, Äußerungen, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Heinz-Christian Strache, Presseerklärung, Österreich