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10:12 19 September 2019
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    Der serbische Präsident Aleksandar Vucic (Archiv)

    Serbiens Präsident gesteht Machtverlust im Kosovo ein

    © AP Photo / Darko Vojinovic
    Politik
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    Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat sich im Belgrader Parlament über die aktuelle Situation um den Kosovo ausgesprochen. Das Video seiner Rede veröffentlichte der lokale Sender RTS.

    Vucic zufolge soll Serbien zugeben, dass es die Lage im Kosovo und in der Metohija (im offiziellen Sprachgebrauch Serbiens die Bezeichnung für den westlichen Teil des Kosovos – Anm. d. Red.) nicht mehr kontrolliere.

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    „Ich habe mich gegen die Fortsetzung der Lüge und Selbsttäuschung entschieden. Ich habe allen gesagt, dass es kein Serbien gibt, und, dass es keine Regierung im Kosovo und in Metohija gibt, was für den Gesundheits- und Bildungsbereich von wesentlicher Bedeutung ist. Wir müssen damit aufhören, unserer eigenen Öffentlichkeit etwas vorzumachen“.

    Darüber hinaus betonte der Präsident, dass Serbien die Unabhängigkeit des Kosovos nicht anerkennen werde.

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    Belgrad habe zu wählen, ob es in einem „eingefrorenen Konflikt“ mit dem Kosovo verharren oder Kontakte zu Pristina knüpfen wolle. Allerdings könnten die Albaner möglicherweise bald die im Kosovo und in Metohija lebenden Serben angreifen.

    „Die Albaner zeigen sich von Tag zu Tag nervöser“, so Vucic.

    1999 hatte die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten von der paramilitärischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ einerseits und der jugoslawischen Armee und Polizei andererseits Nato-Bombenangriffe auf Jugoslawien zur Folge gehabt. Die Nato-Luftschläge dauerten vom 24. März bis zum 10. Juni 1999 an. Die genaue Opferzahl dieser Operation ist bis heute nicht bekannt. Nach Angaben der serbischen Behörden kamen dabei etwa 2500 Menschen ums Leben, darunter 89 Kinder. Weitere 12.500 Menschen wurden verletzt.

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    Der materielle Schaden des Einsatzes wird auf 30 bis 100 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Militäreinsatz wurde ohne Genehmigung des UN-Sicherheitsrates durchgeführt. Als Anlass dafür galt die Behauptung der westlichen Länder, die jugoslawischen Behörden hätten ethnische Säuberungen in der autonomen Provinz Kosovo unternommen und dort eine humanitäre Katastrophe provoziert.

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    Tags:
    NATO, Kosovo, Aleksandar Vučić, Serbien