01:08 10 Dezember 2019
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    Waffen am Bord des US-Flugzeugträgers USS George H.W. Bush in dem Arabischen Meer (Archiv)

    Iran-Krise: Dazu versorgen USA arabische Verbündete mit Waffen für Milliarden Dollar

    © Foto : U.S. Navy/Mass Communication Specialist 3rd Class Michael Smevog
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    Laut US-Außenminister Mike Pompeo werden Saudi-Arabien, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Waffen im Wert von 8,1 Mrd. Dollar beliefert, um „den Iran abzuschrecken“. Um diesen Beschluss schnell durchzusetzen, umging die Trump-Administration beim Rüstungsexport sogar den US-Kongress. Ein Experte kommentiert.

    Banafsheh Keynoush, Experte für internationale Beziehungen, Autor des Buches „Saudi Arabia and Iran: Friends or Foes?“ erläutert gegenüber Sputnik: „Dem Iran ist nicht ganz klar, welche Motive der Trump-Administration hinter der schnellen Verabschiedung dieses Beschlusses stehen, unter Umgehung des Kongresses Waffen im Wert von 8,1 Mrd. an die arabischen Verbündeten zu verkaufen.“

    US-Präsident Donald Trump (Archivbild)
    © REUTERS / YURI GRIPAS
    Teheran vermute, so der Experte, dass die Trump-Administration somit versuche, sich auf die militärischen Möglichkeiten ihrer arabischen Verbündeten zu stützen, um den Iran in der Region größtmöglich abzuschrecken und sich für einen Kampf zu rüsten, obwohl dieses Ziel angesichts des offensiven und defensiven Militärpotentials Irans und der beschränkten Möglichkeiten der anderen regionalen Armeen schwer erreichbar sei.

    Die Drohgebärden Teherans helfen dabei beim beschleunigten Waffenverkauf an die arabischen Verbündeten. Dies könnte den Iran auch zurück an den Verhandlungstisch bringen, um das iranische Atomprogramm und seinen Einfluss im Nahen Osten zu erörtern.

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    Wenn der Iran zumindest zum Teil bei diesen Vermutungen Recht habe, sei jedoch nicht klar, wie die Pläne der US-Administration zu konkreten Ergebnissen bezüglich einer Abschreckung der iranischen Bedrohung bzw. zu den Versuchen führen würden, den Iran zu Verhandlungen mit Washington zu zwingen, wobei zur selben Zeit Waffen an die arabischen Verbündeten der USA verkauft würden.

    Teheran analysiere aufmerksam die Kontakte der Trump-Administration mit Nordkorea, um Antworten auf einige Fragen zu finden. Zur Eskalation sei es gekommen, bevor die USA und Nordkorea direkte Verhandlungen beschlossen hätten. Beide Seiten haben es geschafft, die Eskalation einzudämmen und miteinander zu reden, obwohl die Ergebnisse dieser Verhandlungen nicht eindeutig seien. Andere große regionale Mächte wie Russland, China und Südkorea haben sich einmischen und die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea senken können.

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    Nach Einschätzung des Experten zeigt das den iranischen Behörden, dass Trump wahrscheinlich mit Teheran sprechen will. Die Eskalation der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran könnte somit dazu führen, dass sich beide Seiten an den Verhandlungstisch setzten, das sei jedoch bei Weitem nicht klar. Zudem bedeute dies, dass Teheran Zeit gegenüber Trump gewinnen könnte, indem es davon ausgehe, dass er bereit zu Verhandlungen sei.

    Außenminister Javad Zarif und UN-Botschafter Madjid Takht Ravanchi teilten in dieser Woche mit, dass der Iran bereit sei, mit den USA zu sprechen, allerdings nicht unter Druck bzw. Einschüchterung. Der Iran brauche diese Zeit, um zu verstehen, mit welcher Hilfe in der Region er beim Abbau der Spannungen rechnen könne, und um die Motive der Trump-Administration beim jüngsten Waffenverkauf besser zu verstehen. Der iranische Außenamtschef Zarif weilt derzeit im Irak und reist noch nach Indien und Pakistan.

    Der iranische Diplomat Abbas Araghchi reist nach Oman, Kuwait, Katar. Diese Länder können dem Iran natürlich nicht in dem Maße helfen, wie die größten Weltmächte Russland und China Nordkorea beim Abbau der Spannungen mit den USA halfen. Doch insgesamt sind sie die größten regionalen Kräfte im Persischen Golf, die sich darüber einig sind, dass die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verringert werden müssen.

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    Tags:
    Russland, Nordkorea, China, UN, Verkauf, Unterstützung, Verbündete, Donald Trump, Saudi-Arabien, US-Kongress, Lieferung, Waffen, Mike Pompeo, Iran, USA