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05:32 20 Juli 2019
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    Iranische Atomanlage in Arak

    Iran will Schwerwasserreaktor in Arak außerhalb des Atomdeals modernisieren

    © AP Photo / Arash Khamoushi
    Politik
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    Der Iran will laut dem Vizeaußenminister Abbas Araghchi seinen Schwerwasserreaktor nordwestlich der Stadt Arak selbständig modernisieren, ohne auf die Hilfe der Teilnehmer des Atomabkommens zu warten.

    In einem Interview mit Sputnik wies Araghchi darauf hin, dass der Atomdeal mit dem Iran unter anderem die Modernisierung des Schwerwasserreaktors in der Nähe der Stadt Arak vorsieht.

    „Im Rahmen des Abkommens haben wir uns einer Arbeitsgruppe angeschlossen, die von China und Großbritannien geleitet wird, die dem Iran bei der Modernisierung dieses Projekts helfen sollten“, sagte er.

    „Leider ist dieses Projekt dank dem Druck von Seiten der USA und den Sanktionen nicht wesentlich fortgeschritten. Deshalb sagten wir den Teilnehmern, dass wir 60 Tage nach dem 8. Mai zu dem bisherigen Projekt zurückkehren werden und nicht mehr mit dem JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action, dt.: „Gemeinsamer umfassender Aktionsplan“) in Bezug auf das Projekt in Arak rechnen und es selbständig umsetzen werden“, fügte er hinzu.

    Dabei könne Teheran zu den früher verwendeten Technologien zurückkehren, so Araghchi. Eigentlich befinde sich der neue Schwerwasserreaktor in Arak in der Anfangsstufe: Zurzeit arbeite Teheran an dem Design des neuen Reaktors. „Die Arbeiten verlaufen sehr langsam, aber wir können nicht mehr warten“.

    Sobald die angegebene Frist von 60 Tagen abgelaufen sein werde, werde Teheran als nächsten Schritt seine Zusammenarbeit mit den JCPOA-Teilnehmern einstellen.

    Der Iran und die Sechsergruppe (die ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder und Deutschland) hatten 2015 ein historisches Abkommen zur Regelung des Problems um die iranische Atompolitik erzielt. Im Rahmen des Vertrages sollten alle Wirtschafts- und Finanzsanktionen, die der UN-Sicherheitsrat, die USA und die EU verhängt hatten, aufgehoben werden.

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    Im Mai 2018 kündigten die Vereinigten Staaten jedoch einseitig das Atomabkommen mit Teheran und verhängten die 2015 aufgehobenen Sanktionen gegen das Land erneut. China, Russland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien bekräftigten, an dem Abkommen festzuhalten.

    Die Situation eskalierte, nachdem Teheran am 8. Mai 2019 bekanntgab, dass sich der Iran teilweise aus dem Atomabkommen, dem Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA) für das iranische Atomprogramm vom Jahr 2015, zurückziehen werde, sollten die verbliebenen Mitglieder des Abkommens ihre Verpflichtungen nicht innerhalb von 60 Tagen ab diesem Zeitpunkt erfüllen und keine neuen Bedingungen für das Atomabkommen vereinbaren.

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    Tags:
    Modernisierung, Reaktor, Atomabkommen, Atomdeal, Iran