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22:14 20 August 2019
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    Russischer Außenminister Sergej Lawrow (Archiv)

    Skandal um „Russin” in Strache-Video – Lawrow kommentiert

    © REUTERS / LEHTIKUVA
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    Um den Video-Eklat um Österreichs Ex-Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wird es nicht ruhig. Medien vermuten, dass die heiße Spur nach Russland führt. Zu den Vorwürfen der angeblichen Einmischung von Moskau hat sich am Mittwoch der Außenminister des Landes, Sergej Lawrow, geäußert.

    Es sei gerade in Mode, den Russen alles zu unterstellen, sagte er nach einem Treffen mit seinem slowenischen Amtskollegen Miroslav Cerar in Ljubljana. Moskau fordere als Reaktion eine objektive mediale Beleuchtung der Ereignisse.

    Mit Blick auf Berichte über die „russische Studentin”, die sich angeblich als Lockvogel für Strache engagierte, erklärte er:

    „Ich denke, dass alle hier alles verstehen. Russophobie ist jetzt in Mode, dafür kann man von seinen älteren Brüdern einige positive Dividenden erhalten und alles den Russen nach dem Prinzip zuschreiben, das Theresa May (die britische Premierministerin – Anm. d. Red.) einst angekündigt hat: ‚Highly Likely’ - das ist ja sehr angesagt“.

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    Dabei sei Folgendes bemerkenswert: Die Medien, die die Version der russischen Herkunft dieser jungen Frau aufgegriffen und sie später als „russischsprachig” bezeichnet hätten, sprechen jetzt kaum noch davon, als bekannt worden sei, dass sie aus Bosnien komme.  

    Lawrow betonte daraufhin, er rufe die Journalisten dazu auf, stets objektiv über die Dinge zu berichten, die tatsächlich geschähen.

    Zu dem Video-Vorfall hat sich auch die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Mittwoch auf Facebook geäußert.

    Russland fordere das zusätzliche Prüfen der Berichte zur Videoaffäre um Heinz-Christian Strache. Anschließend wolle Moskau die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über die im Internet verbreiteten Bilder informieren, so Sacharowa.

    „Nachdem in den Medien Informationen aufgetaucht waren, dass der ‚Spiegel‘ und die ‚Süddeutsche Zeitung‘ ein Video mit der vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen und dem österreichischen Politiker von einer bestimmten Firma erhalten hatten, die es angeblich für 600.000 Euro gekauft hatte, und die ganze Geschichte sich dann als eine geplante Provokation entpuppte, an der eine bosnische Studentin  für eine beeindruckende Gegenleistung beteiligt war, sollten die deutschen Journalisten, die diesen Fake gestartet haben, zumindest eine Erklärung abgeben”, schrieb sie.

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    Wie es dazu gekommen sei, dass diese Fälschung ausgerechnet in ihre Hände gelangt sei und nach der Zugabe von Desinformationen so propagiert worden sei, fragte Sacharowa weiter.

    Ihr zufolge stellten die deutschen Medien die Informationen über die Einmischung Russlands „wenn auch nicht als Fakt, dann aber ganz eindeutig“ dar. „Aber nun stellt es sich heraus, dass es sich um eine Inszenierung handelt, deren Charakter den deutschen Medien im Voraus bekannt war, und wir werden die neuen Daten zusätzlich prüfen und dann die OSZE und weitere Profilstrukturen über die Informationsoperation der deutschen Medien informieren“, so die Außenamtssprecherin.

    All das Gerede darüber, dass das Material veröffentlicht werden sollte, verliere seinen Sinn, wenn man sich an den leidenschaftlichen Kampf erinnere, den ausgerechnet deutsche Journalisten gegen Fälschungen und Eingriffe in Wahlprozesse geführt haben.

    „Aber die Hauptfrage bleibt offen: Wer hat so eine grobe Einmischung in das innenpolitische Leben Österreichs begangen und dabei die ‚unabhängige‘ deutsche Presse als Instrument eingesetzt? Europa, wach auf!“, betonte Sacharowa.

    Am 17. Mai war von deutschen Medien ein Video veröffentlicht worden, in dem Strache eine vermeintliche russische Milliardärin um Wahlkampfspenden bittet und im Austausch Staatsaufträge anbietet. Strache hielt die Frau wohl für die Nichte eines russischen Oligarchen und gab Äußerungen von sich, die ihn das Amt kosteten.

    In einer am 24. Mai bei APA erschienenen Presseerklärung nahm Strache zu dem Ibiza-Video Stellung. Darin räumte er zwar Fehler ein, betonte jedoch, dass das Video rechtswidrig aufgezeichnet worden sei und die Verantwortlichen ermittelt werden müssten. Strache hat Anzeige erstattet.

    Am 27. Mai sprach der österreichische Nationalrat Bundeskanzler Sebastian Kurz und seiner Regierung im Zusammenhang mit dem Video das Misstrauen aus.

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    Themen:
    Ibiza-Gate: Regierungskrise in Österreich (45)
    Tags:
    Sergej Lawrow, Maria Sacharowa, Russland, Studentin, Affäre, Video, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Heinz-Christian Strache, Österreich