22:56 07 Dezember 2019
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    Absturz der Boeing 777 der Malaysia Airlines

    Malaysias Premier übt heftige Kritik an Ergebnissen von MH17-Ermittlung

    © Sputnik / Alexei Kudenko
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    Die Ermittlung des Absturzes der Boeing 777 (Flug MH17) am 17. Juli 2014 in der Ostukraine ist laut dem malaysischen Premier Mahathir Mohamad zu politisiert. Darüber berichtet die Zeitung „Malay Mail“.

    „Sie beschuldigen Russland, aber wo sind Beweise? Wir wissen, dass die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen hat, russischen Typs ist, aber sie konnte auch in der Ukraine produziert werden“, zitiert die Zeitung seine im Rahmen einer Pressekonferenz getätigten Aussagen in Tokio.

    Der Premier betonte dabei, dass Rebellen in der Ukraine oder die ukrainische Regierung das Flugzeug hätten abschießen können, denn „sie haben auch dieselben Raketen“.

    Darüber hinaus verlautbarte der Politiker, dass sich Malaysia an der Untersuchung der Flugschreiber beteiligen solle, aber „aus irgendwelchen Gründen wurde Malaysia nicht erlaubt, die Blackboxes zu prüfen, um zu verstehen, was passiert ist“.

    „Wir wissen nicht, warum wir aus der Untersuchung ausgeschlossen worden sind; von Anfang an sahen wir zu viel Politik dahinter. Die Idee bestand nicht darin, zu erfahren, wie dies passiert ist, sondern scheint sich auf den Versuch, dies (die Schuld) den Russen anzuhängen, konzentriert zu haben“, sagte er.

    Tragödie im Himmel über dem Donbass

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 im damals umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Untersuchung. Doch noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen schon für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Verwicklung vorgeworfen.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Russisches Verteidigungsamt präsentiert neue Beweise zum MH-17 Absturz in Ukraine<<<

    Nach Erkenntnissen des internationalen Ermittlungsteams JIT (Niederlande, Australien, Ukraine, Belgien, Malaysia), die seit 2014 zu der Katastrophe ermitteln, wurde die Maschine mit einer Boden-Luft-Rakete der Baureihe Buk abgeschossen. Das JIT veröffentlichte unlängst einen neuen Bericht, laut dem die Rakete aus einem von den Volksmilizen kontrollierten Gebiet abgefeuert wurde. Dorthin soll sie aus Russland gebracht worden sein.

    Diese Angaben widersprechen jedoch den Ergebnissen von mehr als 100 Feldexperimenten des Buk-Herstellers Almaz-Antey, der im Rahmen eigener Untersuchungen sogar ein abgemustertes Flugzeug mit einer Rakete zerstört hat.

    Der Rüstungskonzern warf den Ermittlern vor, wichtige technische Daten der Rakete ignoriert und ihre Schlussfolgerung an eine bereits vorgefertigte Meinung angepasst zu haben.

    Auch die Regierung in Moskau weist diese Schlussfolgerungen der Ermittler als voreingenommen zurück. Sie kritisiert unter anderem, dass die Ukraine die Towergespräche und die USA ihre Radardaten vom Tag der Katastrophe geheim halten. Russland hingegen hat alle seine Daten zur Verfügung gestellt.

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    Beweise, Rakete, Kritik, Mahathir Mohamad, Russland, Ukraine, Ermittlung, MH17-Absturz