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22:26 13 Oktober 2019
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    Ein Blick auf die andere Seite der Front: Der ukrainische Präsident Selenski bei Truppenbesuch im Donbass

    Ukraine: Donbass meldet schweren Beschuss nach Selenskis Besuch

    © REUTERS / Ukrainian Presidential Press Service/Handout via REUTERS
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    Bei seiner Vereidigung vor zwei Wochen hat Wladimir Selenski Frieden im Osten des Landes zur obersten Priorität erhoben. Nach seinem ersten Besuch im Kriegsgebiet Donbass soll die ukrainische Armee den Beschuss sogar verstärkt haben. Dies behauptet jedenfalls die Führung der seit 2014 abtrünnigen „Volksrepublik“ Donezk.

    Selenski hatte am Montag erstmals seit seinem Amtsantritt das Frontgebiet besucht. Der 41-Jährige inspizierte die ukrainischen Soldaten, die seit fünf Jahren eine Militäroperation gegen Unabhängigkeitskämpfer in der Kohlebergbauregion durchführen. 

    Laut dem jüngten Lagebericht der Führung in Donezk haben die ukrainischen Truppen seit dem 24. Mai insgesamt 120 Mal die vereinbarte Waffenruhe gebrochen, um hundert 122mm-Artilleriegeschosse und 321 Minen und zehn Panzerabwehrraketen auf das Territorium der  „Volksrepublik“ abzufeuern. Der Rettungsdienst der international nicht anerkannten Region berichtete von sechs verletzten Zivilisten und von Dutzenden beschädigten Häusern.

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    Nach Selenskis Frontbesuch habe die Intensität des Feuers sogar zugenommen, teilte Eduard Bassurin, Vizechef der Donezker Volksmiliz, am Sonntag mit.

    „Entgegen sämtlicher Friedensbeteuerungen des neuen ukrainischen Präsidenten Selenski konstatieren wir einen deutlichen Zuwachs bei der Zahl der Angriffe der ukrainischen Armee auf Wohnorte unserer Republik“, so Bassurin.

    Er warf den ukrainischen Truppen vor, gezielt auf Wohnviertel  zu schießen, um vor den neuen Friedensverhandlungen am 5. Juni in Minsk eine neue Eskalation zu provozieren. Die Pressestelle des ukrainischen Militärs im Donbass teilte ihrerseits mit, dass es in den letzten Tagen viele Angriffe der Gegenseite gegeben habe, auf die „angemessen reagiert“ worden sei.

    Wladimir Selenski hat am 21. April die zweite Runde der ukrainischen Präsidentschaftswahl mit großem Vorsprung vor Amtsinhaber Petro Poroschenko gewonnen. Während seiner Vereidigung am 20. Mai in Kiew bezeichnete er die Beendigung des seit Frühjahr 2014 schwelenden Konflikts mit den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk als sein oberstes Ziel. Dafür sei er bereit, auch unbeliebte Entscheidungen zu treffen und seine eigene Popularität zu opfern, sagte der Ex-Komiker bei der Zeremonie in Kiew.

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    Auslöser des Konfliktes im Osten der Ukraine, der laut UN-Angaben bereits mindestens 13.000 Menschen das Leben gekostet hat, war der Umsturz in Kiew Anfang 2014. Die ukrainische Regierung schickte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk, nachdem diese den Staatsstreich nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

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