Widgets Magazine
09:47 24 Juli 2019
SNA Radio
    Arbeiter im VW-Werk nahe Moskau (Archiv)

    Staatssekretär Nussbaum: Deutschland lehnt exterritoriale Wirkung der US-Sanktionen eindeutig ab

    © AP Photo / Alexander Zemlianichenko
    Politik
    Zum Kurzlink
    Natalia Pawlowa
    111710

    Laut Dr. Ulrich Nussbaum, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, lehnt Deutschland die exterritoriale Wirkung der US- Sanktionen gegen Russland eindeutig ab. Im Vorfeld des Petersburger Wirtschaftsforums nahm Nussbaum an der Eröffnung des neuen AHK-Stammsitzes in Moskau teil.

    „Das ist ein Signal, dass wir die Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland stärken und weiter fortsetzen wollen. Das ist auch ein Signal für den Investitionsstandort Russland insgesamt. Das machen wir trotz der ganzen Herausforderung, vor der wir in den deutsch-russischen Beziehungen stehen“, sagte Nussbaum bei der feierlichen Eröffnung des neuen Büros der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) im modernen Moskauer Bezirk Fili.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Knauf in Russland: Wir sehen Sanktionen eher als Chance<<<

    Als klares und deutliches Zeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft nach der Intensivierung des deutsch-russischen wirtschaftspolitischen Dialogs strebt, bezeichnete Nussbaum die Reise von Bundesminister Peter Altmaier  nach Russland („und das zum vierten Mal in gut einem Jahr“), um als erster Vertreter der Bundesregierung seit 2013 am Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum teilzunehmen. „Das ist die wichtigste Wirtschaftsveranstaltung in Russland“, betonte der Staatssekretär.

    Dr. Ulrich Nussbaum, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
    © Sputnik / Natalia Pawlowa
    Dr. Ulrich Nussbaum, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

    Obwohl sich das Verhältnis Deutschland-Russland jetzt schon sechs Jahre in einem sehr schwierigen Umfeld befinde, wo die Situation in der Ostukraine eine empfindliche Belastung sei, setze Deutschland auf Dialog.

    „Wir haben ein eigenes Interesse in Deutschland, die Zusammenarbeit auch unter Belastung der Sanktionen ausbauen und fortsetzen. Hier gibt es viele Bereiche, die uns gemeinsam interessieren. Das sind die Themen der technischen Regulierung, aber auch das Thema Mittelstand, Weiterbildung, Digitalisierung und Energie.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Weltbank-Bericht: Rekordwachstum für Russland und Risiken für die globale Wirtschaft<<<

    Für Unternehmer ist das Umfeld sehr wichtig, und dieses Umfeld muss ihnen der Staat zur Verfügung stellen. Da muss ich leider sagen, dass in vielen Gesprächen mit den Unternehmern eine relativ große Verunsicherung mit Bezug auf die Sanktionen der US-Amerikaner mit Blick auf Russland besteht, und deswegen lassen sie mich nochmals ausdrücklich sagen, dass Deutschland extraterritoriale Wirkung von Amerikanern und diesen  Sanktionen eindeutig ablehnt. Wir wollen das nicht akzeptieren“, so Nussbaum. 

    Weltkarte im Büro der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau (Archiv)
    © Sputnik / Sascha Konkina
    Weltkarte im Büro der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau (Archiv)

    Die Strategische Arbeitsgruppe Wirtschaft und Finanzen (SAG) der deutschen und der russischen Regierung, deren Co-Vorsitzende Ulrich Nussbaum und Aser Talybow, stellvertretender russischer Wirtschaftsminister sind, tagt regelmäßig in Berlin und Moskau.

    „Für Russland eröffnet die aktuelle Situation einzigartige Chancen, die wir gemeinsam mit unseren deutschen Partnern realisieren können. Dies sind Technologien, Entwicklung des IT-Sektors, der Elektronikindustrie, der Kommunikation und alles, was den Fortschritt heute vorantreibt“, sagte Minister Talybow und fügte hinzu, dass die russische Regierung viel unternehme, um das Investitionsklima im Land zu verbessern.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Handelskrieg mit USA: Chinas Firmen erwägen Umzug nach Russland<<<

    Laut der deutschen Bundesbank betrugen die Netto-Direktinvestitionen deutscher Firmen in Russland im vergangenen Jahr  3,2 Milliarden Euro  – der höchste Wert seit der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren. Auch der deutsch-russische Handel stieg 2018 um 8,4 Prozent auf 61,9 Milliarden Euro an.

    Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer
    © Sputnik / Natalia Pawlowa
    Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer

    „Gerade in politisch nicht einfachen Zeiten setzen wir ein Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft am russischen Markt festhält und Vertrauen in sein Potenzial hat“, sagte Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK.

    In das neue Büro hat die Kammer insgesamt 4,5 Millionen Euro investiert. Mit 900 Mitgliedern der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland, war die AHK bereits zur Jahreswende in die 17. Etage des preisgekrönten Business-Zentrums „Filigrad“ umgezogen, das direkt am Fluss Moskwa in unmittelbarer Nähe zum modernen Finanzzentrum Moscow City und dem Regierungssitz liegt.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: BMW-Russland-Chef: Wir glauben an Potential am russischen Markt<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Regierungssitz, Vertrauen, Potenzial, Handel, Bundesbank, Fortschritte, Fortschritt, Kommunikation, Entwicklung, Technologien, IT, Berlin, Russische Regierung, Energie, Digitalisierung, Regulierung, Wirtschaftssanktionen, Russland-Sanktionen, Sanktionen, Ostukraine, Ostukraine, Verhältnis, deutsche Bundesregierung, Bundesregierung, Bundesregierung, Peter Altmaier, Dialog, Moskau, Herausforderung, Standort, Investitionen, Zusammenarbeit, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), AHK, Deutschland, Russland, Russland, Matthias Schepp, US-Sanktionen, Wirtschaft