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09:40 16 Oktober 2019
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    US-Präsident Donald Trump (L) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (4R) bei den Veranstaltung zum D-Day-Jahrestag in Portsmouth

    „Schulmädchen“ Merkel? - Kein Handschlag mit Trump

    © AFP 2019 / Mandel Ngan
    Politik
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    Bei den Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des D-Day im englischen Portsmouth hat sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch mit US-Präsident Donald Trump getroffen. Besonders die Szene bei der Ankunft zeigt, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen den beiden sein mag, berichten die Medien.

    So haben Merkel und Trump sich vor der versammelten Presse nicht wie üblich die Hand gegeben, haben sich auch nicht für ein Pressefoto aufgestellt. Laut dem „Focus“ stand die Bundeskanzlerin wie ein Schulmädchen da, deutete an sich hinzusetzen, zögerte, machte einen Schritt auf Trump zu, zögerte wieder. Währenddessen soll Trump sie nach allen Regeln der diplomatischen Kunst ignoriert haben.

    Ob das vollständige Treffen zwischen den Politikern in Portsmouth überhaupt stattfinden wird, bleibt bisher unklar. Jedoch gab es ein kurzes Gespräch zwischen ihnen, das laut der deutschen Seite 20 Minuten und laut Washington nur zehn Minuten dauerte. Wie eine Sprecherin des Weißen Hauses mitteilte, hätten Trump und Merkel die aktuelle Lage in Libyen und die sich verschlechternde Lage in West-Afrika angesprochen. Sie hätten sich darauf geeinigt, die Gespräche beim G20-Gipfel Ende des Monats im japanischen Osaka fortzusetzen.

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    Merkel und Trump waren in der südenglischen Hafenstadt bei der Feier zum Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Auch die britische Königin Elizabeth II., Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die scheidende britische Premierministerin Theresa May und Thronfolger Prinz Charles waren unter den Teilnehmern. Russlands Präsident wurde nicht zu den Feierlichkeiten eingeladen.

    Merkel war vor einer Woche im Großraum Boston an der Ostküste der USA. Trump soll der Berichterstattung zufolge keine Zeit für sie gefunden haben. Die Bundeskanzlerin grenzte sich ihrerseits bei ihrer Harvard-Rede scharf von Trumps nationalistischer Politik ab, ohne seinen Namen zu nennen.

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    Am 31. Mai hatte Merkel jedoch den US-Minister Mike Pompeo in Berlin empfangen und mit ihm den Umgang mit dem Iran, aber auch mit China, Syrien und der Ukraine besprochen. „Die USA sind und bleiben unser engster Partner außerhalb Europas“, signalisierte Merkel diplomatisch gegenüber dem lang erwarteten Gast. Außenminister Heiko Maas hatte seinerseits den „engen Draht“ mit den USA als „Ausdruck der tief verwurzelten Freundschaft zwischen Deutschland und den USA“ gelobt, jedoch auf die Differenzen bei mehreren Fragen der Weltpolitik verwiesen.  Pompeo soll für Merkel nur 45 Minuten Zeit gefunden haben, seinen früheren Besuch hatte er Wochen zuvor wegen der Iran-Krise abgesagt, um nach Bagdad zu reisen und das Bündnis mit dem Irak zu stärken. Die deutsche Seite hatte Verständnis für die Terminverschiebung ausgedrückt.

    lk

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    Tags:
    Portsmouth, D-Day, Donald Trump, Angela Merkel