08:53 13 Dezember 2019
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    Russlands Luftabwehrsysteme S-400 auf dem Roten Platz (Archiv)

    Streit um S-400-Lieferung: Pentagon von Ausbildung türkischer Militärs in Russland enttäuscht

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    Die USA sind laut US-Vizeverteidigungsministerin für Beschaffung und Logistik Ellen M. Lord vom Beschluss der Türkei enttäuscht, ihre Militärs zur S-400-Schulung nach Russland zu schicken.

    Washington schätze den Dialog zwischen den USA und der Türkei sowie die strategische Partnerschaft der beiden Länder, verkündete Lord bei einem Briefing.

    „Die Vereinigten Staaten waren jedoch von der Information enttäuscht, dass die Türkei Personal nach Russland geschickt hat, um es dort für das S-400-System zu schulen. Das S-400 ist nicht mit den F-35 vereinbar. Wir haben auf allen Ebenen deutlich gemacht, dass die Türkei die F-35 nicht erhalten wird, wenn sie mit der Lieferung des S-400-Systems beginnt“.

    Dennoch sei keiner der unternommenen Schritte irreversibel, betonte Lord: „Sollte die Türkei auf die Lieferung der S-400 verzichten, freuen wir uns auf die Wiederaufnahme der normalen Programmaktivitäten“, so die Sprecherin.

    Die Türkei beteiligt sich an dem Programm zur Entwicklung des modernsten Mehrzweckkampfflugzeuges F-35. Am Vortag war bekannt geworden, dass das Pentagon beschlossen hatte, den türkischen Piloten aus dem F-35-Ausbildungsprogramm auszuschließen.

    Darüber hinaus werde die Türkei nicht am jährlichen runden Tisch des Geschäftsführers des F-35-Programms teilnehmen, der am 12. Juni stattfinden soll, sagte Lord. Zudem würden die einschlägigen Dokumente zum Programm ebenfalls ohne Ankara aktualisiert werden.

    Falls sich Washington und Ankara nicht bis zum 31. Juli verständigen, müssen alle in das F-35-Programm involvierte türkische Piloten und Ausbilder die USA verlassen.

    Die breitere Zusammenarbeit mit Ankara zur Entwicklung der F-35 soll jedoch nicht von diesen Einschränkungen betroffen sein. Denn die Türkei stelle 937 Teile des Flugzeuges her, wovon mehr als 400 nur aus türkischer Produktion stammen würden. Deshalb arbeite das Pentagon zurzeit mit Lockheed Martin und Pratt & Whitney zusammen, um alternative Quellen zu finden, sollte die Türkei die Forderungen der USA doch zurückweisen.

    Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hatte mehrmals betont, dass  Ankara nicht auf den S-400-Kauf verzichten werde. Dabei seien die türkischen Behörden bereit, auch die US-Flugabwehrraketensysteme „Patriot“ zu erwerben, falls die Vereinigten Staaten ein gleich vorteilhaftes Angebot wie Russland unterbreiten würden, betonte er. Allerdings sei ein solcher Vorschlag von Seiten der USA noch nicht eingegangen.

    Im Juli sollen die ersten russischen Flugabwehrsysteme S-400 an die Türkei geliefert werden.

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    Schulung, Ausbildung, Piloten, F-35, F-35, Raketensystem S-400 Triumph, Raketenabwehrsystem S-400, S-400, S-400, Russland, USA, Türkei