10:54 15 August 2020
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    Kassym-Schomart Tokajew hat die Präsidentschaftswahl in Kasachstan klar gewonnen. Nach Hochrechnungen der Wahlleitung setzte sich der 66-Jährige bei der vorgezogenen Wahl am Sonntag mit mehr als 70 Prozent der Stimmen gegen sechs Herausforderer durch. Die Abstimmung war von Protesten und Festnahmen überschattet worden.

    Tokajew ist seit dem überraschenden Rücktritt des langjährigen Staatschefs Nursultan Nasarbajew im März Übergangspräsident der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik.

    „Kassym-Schomart Tokajew kommt auf 70,76 Prozent der Stimmen“, teilte Konstantin Petrow, Vizechef der Zentralen Wahlkommission, am Montag in Nur-Sultan mit. Zweitplatzierter sei der Journalist Amirschan Kossanow mit 16 Prozent der Stimmen.

    Der Urnengang am Sonntag war von Protesten überschattet. Bei nicht genehmigten Kundgebungen in der Hauptstadt Nur-Sultan und in der Millionenmetropole Almaty wurden nach Angaben des Innenministeriums etwa 500 Menschen festgenommen. Laut Vize-Innenminister Marat Koschajew hatten sie versucht, die „Lage auf den Straßen zu destabilisieren“.

    Kasachstans Hauptstadt heißt ab heute Nur-Sultan >>

    Die Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sprach von „Verletzung der Grundfreiheiten“ und von „Druck auf Kritiker“ während der Wahl. Die Beobachter der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) dagegen stuften die Wahl als „transparent und demokratisch“ ein.  Das Exekutivkomitee dieses postsowjetischen Bündnisses, das die Mehrheit der ehemaligen Teilrepubliken der UdSSR vereinigt, hofft, dass Tokajew den Kurs seines Vorgängers  fortsetzen wird.

    „Wir hoffen, dass alle Versprechen, die Kontinuität des Kurses von Nasarbajew und die freundschaftlichen Beziehungen mit den Nachbarn aufrechtzuerhalten, eingelöst werden“, sagte der Chef des GUS-Exekutivkomitees, Sergej Lebedew, am Montag.

    Tokajews Amtsvorgänger Nursultan Nasarbajew war im März – nach gut 30 Jahren an der Macht – im Alter von 79 Jahren überraschend zurückgetreten. Schon wenige Tage später wurde Kasachstans Hauptstadt Astana zu Ehren Nasarbajews in Nur-Sultan umbenannt - trotz der ablehnenden Haltung vieler Bürger.

    sp

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