12:10 24 Oktober 2020
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    Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra hat neue Versuche der Region zur Trennung von Spanien angekündigt. Man wolle das Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 irgendwann wiederholen, sagte Torra am Donnerstag im Parlament Kataloniens in Barcelona.

    Der seit Mai vorigen Jahres amtierende Separatist erklärte dies nur einen Tag nach dem letzten Verhandlungstag des historischen Prozesses gegen zwölf Separatistenführer vor dem Obersten Gericht in Madrid.

    Die spanische Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Zuge verfassungswidrigen Referendums vom 1. Oktober 2017 und eines anschließenden Unabhängigkeitsbeschlusses des Parlaments in Barcelona Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Für den Hauptangeklagten, den früheren stellvertretenden Regionalpräsidenten Oriol Junqueras, wird eine Haftstrafe von 25 Jahren gefordert.

    Die Urteile werden nicht vor Ende Juli erwartet. Die meisten Beobachter gehen aber eher davon aus, dass diese erst im September oder Oktober veröffentlicht werden. Insgesamt wurden im viermonatigen Mammutprozess fast 600 Zeugen gehört. Der abgesetzte Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont, der nach Belgien geflohen war, war vom Verfahren nicht betroffen.

    „Wir werden es wieder tun, natürlich werden wir es wieder tun, weil das Land (Katalonien) weiß, was es will: die Unabhängigkeit“, sagte Torra in Bezug auf das Referendum. Der liberale Politiker, der den Prozess am Vorabend schon als „Farce“ und als „Verletzung des internationalen Rechts“ bezeichnet hatte, versicherte, man werde „das Unmögliche möglich machen“. Der Regionalpräsident bot dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez aber auch erneut einen Dialog an.

    >>>Mehr zum Thema: Barcelona: Demonstrationen für Unabhängigkeit Kataloniens<<<

    Für einen Dialog hatten sich bei ihren Schlussplädoyers am Mittwoch vor dem Obersten Gericht in Madrid auch Junqueras und fast alle anderen Angeklagten ausgesprochen. Der Konflikt in der Region im Nordosten Spaniens könne nicht durch Unterdrückung gelöst werden. Eine politische Lösung sei nötig.

    am/dpa

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    Tags:
    Trennung, Bestreben, Quim Torra, Katalonien, Spanien