00:59 08 Dezember 2019
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    Eine Raffinerie im Iran (Archivbild)

    „Katastrophe für die Weltwirtschaft“ Energieexperte warnt vor Eskalation mit dem Iran

    © AP Photo / Vahid Salemi
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    Der mutmaßliche Angriff auf zwei Schiffe am Golf von Oman schürt neue Ängste vor einem Konflikt. US-Außenminister Pompeo macht den Iran für den Angriff verantwortlich. Der Zwischenfall ließ auch die Ölpreise steigen. Vor einer Eskalation in der Region warnt der Rohstoffexperte Behrooz Abdolvand: „Das wäre eine Katastrophe für die Weltwirtschaft.“

    „Falls es hier zu einem Krieg kommt, wird er nicht im Iran bleiben, sondern wird den gesamten Nahen Osten betreffen. Allen voran den Öl- und Gasmarkt von Saudi-Arabien, Qatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)“, warnt der Energieexperte und Politikwissenschaftler Dr. Behrooz Abdolvand von der „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“ (DGAP).

    Die Auswirkungen eines möglichen Konflikts ließen sich am Donnerstag bereits an der Börse beobachten. Der Zwischenfall in der Straße von Hormus ließ die Rohölpreise in die Höhe schnellen. Am Donnerstagnachmittag kostete ein Barrel der Nordseesorte „Brent“ 62,30 Dollar. Mit einem Plus von mehr als zwei Dollar gegenüber dem Vortag war das ein Anstieg von mehr als 3,5 Prozent. Einen ähnlichen Trend konnte man bei der amerikanischen Sorte „West Texas Intermediate“ (WTI) beobachten. Hier stieg der Preis für ein Barrel um 3,6 Prozent auf 52,90 Dollar.

    Das habe unmittelbar mit dem Konflikt zu tun, erklärt der Erdölexperte und Geschäftsführer von „DESB-Consulting“. „Falls sich der Konflikt vervielfacht, könnte ein Preis von 500 Dollar vorstellbar sein.“ Mittlerweile haben sich die Preise jedoch vorerst stabilisiert.

    „Keine Abenteuerpolitik!“

    US-amerikanische, kanadische, aber auch russische Öl-Produzenten würden von einem derartigen Konflikt profitieren, sagt Abdolvand. Doch er glaube nicht, dass der Iran oder die USA hinter dem Anschlag steckten: „Weder die Iraner noch die USA würden einen Krieg wollen. Beide haben das erklärt. Vielleicht sind sie nicht bereit, miteinander zu sprechen, aber das ist kein Grund die Sache zu eskalieren.“ Viel mehr vermutet er eine „Handschrift“ von VAE und Saudi-Arabien dahinter. Dabei wäre die Wasserversorgung der Golfstaaten im Fall eines Konflikts gefährdet und würde diese in eine „schwierige Lage“ bringen, erklärt Abdolvand. Er empfiehlt allen Akteuren, „keine Abenteuerpolitik“ zu betreiben.

    EU gefragt

    Die benachbarte Europäische Union sei in dem Konflikt zurzeit einer der wichtigsten Akteure, betont der Politologe. Die EU müsse eine Entspannungspolitik konzipieren. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif habe eine „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten“ und einen Nichtangriffspakt vorgeschlagen, erinnert der Experte: „Das ist meines Erachtens ein sehr guter Vorschlag, um regional für Entspannung zu sorgen“.

    Das Interview mit Dr. Behrooz Abdolvand (DGAP) zum Nachhören:

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    Tags:
    Nahost, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), VAE, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Weltwirtschaft, Mike Pompeo, John Bolton, Öl, Erdöl, USA, Straße von Hormus, Hormus, Golf von Oman, Golf, Mohammed Dschawad Sarif, Hassan Rouhani, Behrooz Abdolvand, Iran