11:31 21 November 2019
SNA Radio
    Nato-Logo an den Glastüren im Brüsseler Standort der Militärallianz (Archivbild)

    Nato-Denkfabrik über Einstellung von Mitteleuropäern zu Russland beunruhigt

    © Sputnik / Alexej Witwizkij
    Politik
    Zum Kurzlink
    381899
    Abonnieren

    Ein Expertenteam der US-Denkfabrik „Atlantic Council“ hat die Einstellung der Mitteleuropäer gegenüber Russland und den USA erforscht und eine „beunruhigende“ Tendenz festgestellt. Ein entsprechender Bericht ist auf der Webseite der Organisation veröffentlicht worden.

    Die Einstellung der Einwohner der mitteleuropäischen Länder zur Nato habe sich seit 2017 zwar verbessert, heißt es in dem Dokument mit dem Titel „Die Vereinigten Staaten und Mitteleuropa: gemeinsame Aufgaben für das zweite Jahrhundert“ („The United States and Central Europe: Tasks for a Second Century Together“). So sei der Anteil der Nato-Anhänger in Tschechien um 27 Prozent, in der Slowakei um 13 Prozent, in Rumänien und Ungarn um sieben Prozent und in Polen um sechs Prozent gestiegen.

    „Allerdings gibt es neben der wachsenden Unterstützung für die Nato auch einen beunruhigenden Trend in einigen mitteleuropäischen Ländern – die vielleicht auf die russische Desinformation zurückzuführen ist – die negative Wahrnehmung der Vereinigten Staaten“, heißt es im Bericht.

    Obwohl alle Staaten der Region Mitglieder des Nordatlantischen Bündnisses seien, würden durchschnittlich 23 Prozent der Bevölkerung dieser Länder die USA als eine mögliche Bedrohung bezeichnen. „Noch Schlimmer ist die Tatsache, dass eine Mehrheit der Einwohner in Bulgarien und der Slowakei nicht Russland, sondern die USA als die Hauptbedrohung ansieht“.

    So bezeichneten lediglich sieben Prozent der Befragten in Bulgarien Russland als Bedrohung. 25 Prozent nannten in dieser Hinsicht die USA. In der Slowakei hielten 41 Prozent der Befragten die Vereinigten Staaten für eine Bedrohung. 25 Prozent sahen Russland als Gefährder an.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Kampf um die „Weltinsel“: USA müssen gegen Russland und China gleichzeitig Krieg führen<<<

    Mehr als die Hälfte der Befragten in Österreich, Bulgarien und Ungarn sind sowohl zu Russland als auch zu den Vereinigten Staaten eher positiv eingestellt.

    Der Chef des russischen Zentrums für geopolitische Expertisen, Waleri Korowin, kommentierte die Besorgnisse der US-Experten.

    „Selbst die geringsten Sympathien der zentraleuropäischen Länder und ihrer Eliten bergen nach Ansicht der Amerikaner das Risiko, dass Europa außer der US-amerikanischen geopolitischen Kontrolle geraten könnte“, sagte Korowin in einem Interview mit dem TV-Sender RT. „Sie urteilen in der Logik der Konfrontation zwischen zwei Zivilisationstypen: der Atlantiker-Linie, die von den USA geleitet wird, und der euroasiatischen Linie, die von Russland geführt wird“, äußerte er.

    Auch geopolitisch sei Mitteleuropa für die USA von gewaltiger Bedeutung. Die vereinigten Staaten würden die Region als einen „Brückenkopf für das weitere Vorrücken ins Innere des Kontinents“ betrachten, resümierte Korowin.

    >>>Weitere  Sputnik-Artikel: Duda spricht von Überlegenheit der Polen gegenüber Russen<<<

    Washington mache „kein Hehl aus seiner tatsächlichen Absicht, Europa einfach, ohne jegliche Gründe unter der US-amerikanischen Kontrolle zu halten, als ein okkupiertes Gebiet“. Zu diesem Zweck werde die Erfindung von der „russischen Bedrohung“ verwendet. Allerding gefährde diese Politik die Sicherheit der mitteleuropäischen Länder:

    „In den Plänen der USA wird Mitteleuropa zum Verbrauchsmaterial. Seine Militarisierung provoziert bloß Konflikte“, resümierte der Politologe.

    asch/sna/RT

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Ungarn, Slowakei, Tschechien, Österreich, Polen, Rumänien, Einstellung, Russland, Russland, Bericht, Atlantic Council, NATO, USA