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    Der frühere Chef des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold am 13. Februar 2018 (Archiv)

    Deutscher Volkswirt: „Russland kam mit Sanktionen besser zurecht als erwartet“

    © AFP 2019 / Swen Pförtner / dpa
    Politik
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    Der frühere Chef des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, hat sich gegenüber der „Badischen Zeitung“ über die russische Wirtschaft und die gegen das Land verhängten westlichen Sanktionen ausgesprochen.

    Die russische Wirtschaft meisterte dem Experten zufolge Belastungen wie niedrigere Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren. Für 2019 erwarte das Land wie im Vorjahr wieder eine „ordentliche Wachstumsrate“.

    „Das zeigt, dass die russische Ökonomie über keine schlechten Voraussetzungen verfügt“, zitiert die Online-Ausgabe des Blattes Mangold.

    Russland werde „gut leben“, so lange sich der Ölpreis über 50 Dollar pro Barrel bewege. Die Unternehmen profitieren laut Mangold vom schwächeren Rubel. Er erhöhe ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Exportchancen. Darüber hinaus seien viele junge Menschen hervorragend ausgebildet.

    „Und mit den westlichen Sanktionen ist Russland besser zurecht gekommen als erwartet. Dies zeigt erneut, dass Sanktionen nur eine begrenzte Wirkung haben. Die gewünschte Bestrafungsfunktion erfüllen sie nicht“.

    Der Wirtschaftsexperte stellt das Ende der Sanktionen mit dem Frieden in der Ostukraine sowie  Ansätzen, den Krieg in Syrien zu beenden, in Zusammenhang. Allerdings würde niemand die Initiative ergreifen und Gelegenheiten verpasst.

    „Gerade jetzt bräuchte man Russland als Partner für Europa, um ein stärkeres Gegengewicht gegen die USA und China zu bilden“.

    Damit Russlands Wirtschaft produktiver werde, sollte der russische Staat „mehr Mut haben, Staatsfirmen zu privatisieren“. Neue Technologien und mehr Allianzen mit westlichen Unternehmen würden auch helfen, so Mangold.

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    Anti-Russland-Sanktionen

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Situation in der Ukraine verschlechtert, wo sich Anfang 2014 ein Staatsstreich ereignet hatte, sowie aufgrund der Wiedervereinigung Russlands mit der Krim nach einem entsprechenden Referendum auf der Halbinsel, die bis dahin Teil der Ukraine gewesen war.

    Der Westen warf Moskau daraufhin die Einmischung in innenpolitische Angelegenheiten der Ukraine vor und verhängte Sanktionen. Moskau ergriff Gegenmaßnahmen und betonte, es sei kontraproduktiv, mit ihm die Sprache von Sanktionen zu sprechen. Zudem verwies Russland immer wieder darauf, dass es weder zu den Seiten des innenpolitischen Konflikts in der Ukraine gehöre noch ein Subjekt der Minsker Vereinbarungen zur Konfliktregelung im Donbass sei. Für Moskau sei die Krim-Frage für immer und ewig vom Tisch.

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    Tags:
    Referendum, Krim, Westen, Wirkung, Wettbewerb, Rubel, Rohstoffe, Klaus Mangold, Sanktionen, Deutschland, Russland