03:40 21 November 2019
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    Raketenbunker von Atomwaffen (Archivbild)

    Experten warnen vor doppelläufiger Tendenz: Zahl von Atomwaffen sinkt, aber…

    © Sputnik / Sergey Kasak
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    Die Zahl der atomaren Sprengköpfe in der Welt sinkt aufgrund der Bemühungen Russlands und der Vereinigten Staaten ab. Zugleich modernisieren die Staaten, die über Atomwaffen verfügen, ihre Arsenale immer weiter. Dies geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) hervor.

    „Die wichtigste Schlussfolgerung ist, dass trotz der insgesamt verringerten Anzahl von Atomsprengköpfen im Jahr 2018 alle Staaten, die Atombomben besitzen, ihr Arsenal modernisieren“, sagt Jan Eliasson von Sipri.

    Sipri nahm dabei die atomaren Sprengköpfe von neun Staaten in den Fokus: USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Für Anfang 2019 zählte das Institut insgesamt 13.865 Atomwaffen, ein Jahr zuvor waren es noch 14.465. Der Rückgang der Stückzahlen geht vor allem auf die USA und Russland zurück, während China, Pakistan und Nordkorea die Zahl ihrer Sprengköpfe wohl vergrößerten.

    Nordkorea räume seinem militärischen Nuklearprogramm als zentralem Element eigener nationalen Sicherheitsstrategie weiterhin Vorrang ein, obwohl sie 2018 ein Moratorium für die Erprobung von Nuklearwaffen und von Mittel- und Langstreckenraketen-Trägersystemen angekündigt habe, heißt es im Bericht.

    Die USA und Russland, die noch immer über 90 Prozent aller Atomwaffen verfügen würden, hätten ihre strategischen Atomwaffenarsenale weiter abgebaut, wobei sie sich an den Bestimmungen des START-III-Vertrags orientierten und auch einseitige Reduzierungsmaßnahmen ergriffen hätten. Dabei werde die Gültigkeitsdauer von START-III im Jahr 2021 ablaufen, wenn beide Länder nicht einer Verlängerung zustimmen würden.

    „Angesichts der politischen und militärischen Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ländern werden die Aussichten für die Fortsetzung des vereinbarten Abbaus der russischen und amerikanischen nuklearen Arsenale immer unwahrscheinlicher“, so die Sipri-Forscherin Shannon Kyle.

    Das Stockholm International Peace Research Institute (Sipri, dt. Stockholmer internationales Friedensforschungsinstitut) ist eine Einrichtung zur wissenschaftlichen Arbeit an Fragen von Konflikten und Kooperationen im Kontext globaler Entwicklungen bei Frieden und Sicherheit. Es wurde 1966 in Form einer Stiftung durch die schwedische Regierung gegründet.  

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    Tags:
    Atomwaffen, Vereinigte Staaten, Russland, Sprengköpfe