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15:21 21 Oktober 2019
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    Friedrich Merz, designierter Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats

    Sputnik-Leser haben entschieden: Friedrich Merz soll Kanzlerkandidat werden

    © AP Photo / Michael Sohn
    Politik
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    Deutschland diskutiert, wer Kanzlerkandidat von CDU und CSU werden könnte. Bisher hatte CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer gute Chancen, doch ihr Rückhalt in der Partei schwindet. Wer sollte also in die Fußstapfen von Angela Merkel treten und für die Union in den Kampf ums Kanzleramt ziehen? Laut den Sputnik-Lesern sind die Alternativen eindeutig…

    Traditionell hat der oder die Vorsitzende der CDU auch das Vorgriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur. Auch ist es kein Geheimnis, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer große Ambitionen auf das Amt hegt. Doch zuletzt war die Saarländerin immer mehr in die Kritik geraten, vor allem nach den Ergebnissen der Europawahl und ihrem Umgang mit der Meinungsfreiheit. Aus diesem Grund hatten wir die Sputnik-Leser in unserer vergangenen Wochenumfrage gefragt: „Wer sollte bei der nächsten Bundestagswahl als Kanzlerkandidat(in) der Union antreten?“ Das Ergebnis dürfte Kramp-Karrenbauer nicht gefallen.

    Mein liebster Feind…

    Auf Platz eins der Umfrage landet der wohl größte Konkurrent für Kramp-Karrenbauer: Mit 38,3 Prozent der abgegebenen Stimmen ist der ehemalige Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz für unsere Leser der aussichtsreichste Kandidat. Der 63-Jährige hatte im vergangenen Dezember nur knapp gegen Kramp-Karrenbauer im Rennen um den CDU-Vorsitz verloren. Vor allem der konservative Flügel der Partei sähe den Sauerländer gerne in einer Führungsposition. Der Wirtschaftslobbyist und Funktionär des Vermögensverwalters BlackRock polarisiert, dennoch rechnen ihm Beobachter gute Chancen aus, ein Spitzenamt innerhalb der CDU zu übernehmen.

    ​Ebenfalls noch im Rennen um eine mögliche Kanzlerkandidatur ist Armin Laschet. Der NRW-Ministerpräsident landet in unserer Umfrage mit 21,1 Prozent der Stimmen auf Platz zwei. Er selbst hat sich bis heute eine Kandidatur offengehalten, hinter ihm steht der mächtige CDU-Landesverband aus Nordrhein-Westfalen. Der 58-Jährige steht für einen bürgerlichen Kurs der Mitte und gilt als Unterstützer von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Selbst wenn Laschet nicht für das Spitzenamt antreten sollte, wird er ein wichtiges Wort innerhalb der Union mitzureden haben.

    Warum nicht ein Bayer?

    Ein Kanzlerkandidat der Union muss nicht unbedingt aus den Reihen der CDU stammen, auch die Schwesterpartei CSU könnte einen Bewerber in den Ring schicken. Das glauben auch 20,3 Prozent unserer Leser, die sich bei der K-Frage für den CSU-Chef und bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder entschieden haben. Das bedeutet Platz drei in unserem Ranking. Der 52-Jährige könnte dann ins Rampenlicht treten, wenn sich die CDU nicht auf einen Kandidaten einigt. Das gilt zwar als nicht sonderlich wahrscheinlich, doch mit Franz Josef Strauß (1980) und Edmund Stoiber (2002) wäre es nicht das erste Mal, dass ein Bayer ins Kanzleramt einziehen will – bisher allerdings erfolglos.

    ​Platz vier unserer Leserumfrage belegt eine alte Bekannte: 10,4 Prozent der Teilnehmer wünschen sich eine erneute Kandidatur von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Rein rechtlich wäre das möglich, denn Deutschland ist eines der wenigen westlichen Länder, in dem der Regierungschef eine unbegrenzte Anzahl von Amtszeiten absolvieren kann. Merkel selbst hatte einer fünften Kandidatur aber bereits eine Absage erteilt, bislang unterstützt sie ihre Parteikollegin Kramp-Karrenbauer. Intern ist aber die Rede davon, dass der Rückhalt der Kanzlerin für „AKK“ bröckelt. Wen Merkel stattdessen unterstützen könnte, ist aber noch unklar.

    Gestern hui, heute pfui?

    Weit abgeschlagen auf Platz fünf taucht erst der Name der aktuellen CDU-Vorsitzenden auf: Annegret Kramp-Karrenbauer erreicht bei unseren Lesern nur magere 5,1 Prozent. Auch in der Bevölkerung kommt „AKK“ mittlerweile nur bedingt gut an. Im direkten Vergleich zwischen Kramp-Karrenbauer und SPD-Vizekanzler Olaf Scholz würden sich laut offiziellen Umfragen gerade einmal 19 Prozent für die Saarländerin entscheiden, 27 Prozent für den Sozialdemokraten. Im Duell mit Grünen-Chef Robert Habeck sähe es für „AKK“ ähnlich schlecht aus: Hier erreicht die 56-Jährige 19 Prozent, der Norddeutsche sogar 33 Prozent. Auch könnten die kommenden Landtagswahlen in Ostdeutschland die Stellung von Kramp-Karrenbauer weiter schwächen.

    ​Den letzten Platz unserer Leserumfrage belegt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Die Niedersächsin erreicht 4,8 Prozent. Das ist nicht weiter überraschend: Nach diversen Skandalen innerhalb der Bundeswehr und ihrem vehementen Werben für Aufrüstung und höhere Militärausgaben hat es sich die 60-Jährige mit vielen Wählern verscherzt. Sollte sich die Ministerin bis zum Ende der Legislaturperiode ohne Rücktritt halten, gilt eine Karriere innerhalb der Nato als wahrscheinlicher. Von der Leyen wurde sogar schon als Nachfolgerin von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gehandelt, Beobachter zweifeln daran allerdings mittlerweile. Als stellvertretende CDU-Vorsitzende wird aber auch sie bei der Wahl des Kanzlerkandidaten mitentscheiden. Wer tatsächlich das Rennen machen wird, will die CDU jedoch frühestens im kommenden Jahr entscheiden.

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    Tags:
    Umfrage, Bundeskanzler, Kanzleramt, CDU/CSU, CSU, CDU, Markus Söder, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz