14:50 18 Februar 2020
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    Riad trägt die Schuld für den Mord am saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi. Diese Auffassung vertritt die Sonderberichterstatterin des UN-Menschenrechtsrates (UNHRC), Agnès Callamard.

    „Seine versuchte Entführung ist ebenfalls ein Verstoß gegen das Völkerrecht im Bereich der Menschenrechte. (…) Die beiden Untersuchungsverfahren, die Saudi-Arabien und die Türkei durchgeführt haben, entsprechen nicht den internationalen Standards für Ermittlungen zu ungesetzlichen Hinrichtungen“, heißt es in dem Bericht der UN-Expertin, die für außergerichtliche, standrechtliche oder willkürliche Hinrichtungen zuständig ist.

    Es gebe Beweise dafür, dass der saudische Kronprinz in die Hinrichtung des Journalisten verwickelt gewesen sei; doch für eine definitive Schlussfassung bedürfe es einer weiteren Untersuchung, so Callamard.

    Die Sonderberichterstatterin hat Riad aufgefordert, der Türkei, den USA und der Familie von Dschamal Chaschukdschi Abbitte zu leisten, die Schuld an seinem Mord zu bekennen und den Gerichtsprozess gegen elf Tatverdächtige einzustellen.

    Der Bericht wurde im Vorfeld der offiziellen Bewertung der Ermittlungsergebnisse veröffentlicht, die im Rahmen der 41. Tagung des Menschenrechtsrates in Genf stattfinden soll. Die von Callamard vorgenommene Einschätzung soll am 26. Juni vor dem UN-Menschenrechtsrat verlautbart werden.

    Riad hat wiederholt die Ergebnisse der internationalen Ermittlungen zum Fall Chaschukdschi bestritten.

    Der Kommentator der „Washington Post“, Dschamal Chaschukdschi, hatte seit 2017 in den USA gelebt. Der Journalist verschwand am 2. Oktober 2018 nach einem Besuch im Generalkonsulat von Saudi-Arabien in Istanbul. Er hatte das Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen. Laut seiner türkischen Verlobten, die draußen wartete, kam er nicht wieder heraus.

    Riad behauptete zunächst, der Journalist sei nach dem Verlassen des Konsulatsgebäudes verschwunden. Später wurde jedoch der Mord an Chaschukdschi im Konsulatsgebäude bestätigt.

    Wie die Staatsanwaltschaft von Istanbul erklärte, handelte es sich um eine vorsätzliche Tat.

    ls

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    Tags:
    UN-Menschenrechtsrat, Dschamal Chaschukdschi, Türkei, Saudi-Arabien