07:09 21 November 2019
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    Pressekonferenz der JIT-Ermittler am 19. Juni 2019

    MH17: Ergebnisse der Untersuchung sind unprofessionell und parteiisch – Experten

    © REUTERS / EVA PLEVIER
    Politik
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    Fünf Jahre ist es her, dass das Passagierflugzeug MH17 über der Ostukraine abgeschossen wurde. Nun hat das internationale Ermittlerteam vier Verdächtige benannt, die per internationalen Haftbefehl wegen mehrfachen Mordes gesucht werden. Gegenüber Sputnik bezeichnen Experten die Ermittlungen als einseitig und unprofessionell.

    Das internationale Ermittlerteam habe keine konkreten Beweise zum Abschuss der Passagiermaschine MH17 vorweisen können, um die unrechtmäßigen Beschuldigungen zu belegen. Das Ermittlungsteam stützte sich auf zweifelhafte Informationsquellen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Juri Shwjatkin. Er bezeichnete die auf Korrespondenz in den sozialen Netzwerken beruhenden Anschuldigungen unbegründet, ohne ein klares Argument.

    „Soziale Netzwerke können als Grundlage für die Ermittlungs- und Fahndungstätigkeit dienen, sie können jedoch in keinem Fall die Identifizierung der Person nachweisen, die die rechtswidrige Handlung begangen hat. Es ist eindeutig absurd, Anklage gegen die Bürger Russlands und einen Bürger der Ukraine zu erheben. Es ist unwahrscheinlich, dass die Ermittlungen auf einem objektiven Weg fortgesetzt werden, wenn der Kurs auf Voreingenommenheit gegenüber unserem Staat bereits bekannt ist. Es wird alles getan, um Russland als Aggressor darzustellen“, so der Abgeordnete.

    Der stellvertretende Vorsitzende des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik, Alexander Juschtschenko, bezeichnete die Untersuchung des Ermittlerteams zum Abschuss der Passagiermaschine MH17 als unprofessionell und parteiisch. Die von Russland dargestellten Daten wurden überhaupt nicht berücksichtigt. Infolgedessen wurde die Tragödie zu einer politisierten Show.

    „Russland wurde nicht zu den Ermittlungen zugelassen, obwohl die Tragödie mit der Boeing 777 an seinen Grenzen passierte und seine Beteiligung in allen Spekulationen rund um die Tragödie erwähnt wurde. Die ersten Sanktionen gegen Russland wurden gerade damals eingeführt. Und jetzt, wo man in der Europäische Union besonders laut über die Schädlichkeit dieser Sanktionen spricht, über ihren Schaden für Europa, über die Notwendigkeit, sie aufzuheben, tauchen sofort die sogenannten „Entdeckungen“ dieser Kommission auf, die die Untersuchungen des russischen Konzerns Almaz-Antey übrigens völlig ignorierten“, betonte Alexander Juschtschenko.

    Der Beginn des Prozesses ist für den 9. März 2020 vorgesehen. Der Politologe Iwan Mesjuho zweifelt nicht daran, dass die Gerichtsentscheidung bereits ausgemachte Sache ist:

    „Es ist offensichtlich, dass die Mitglieder des Ermittlungsteams keine unabhängigen Experten sind. Schon während der Ermittlungsmaßnahmen warfen sie Russland direkt oder indirekt vor, an den Ereignissen beteiligt gewesen zu sein. Drei russische Staatsbürger und ein Ukrainer werden beschuldigt, eine terroristische Handlung begangen zu haben. Wir versuchen, in diesen Urteilen des Ermittlerteams ein Goldkörnchen zu finden. Aber es ist einfach nicht da, es gibt nur Politik, und niemand wird die Ursachen dieser Tragödie untersuchen.“

    Der Russische Konzern Almaz-Antey, der Fliegerabwehrtechnik herstellt, präsentierte in Moskau im Oktober 2015 seine Untersuchungsergebnisse. Diese beweisen, dass die malaysische Boeing im Sommer 2014 über dem Gebiet Donezk von einer Rakete getroffen worden sei, die aus einem von der ukrainischen Armee kontrollierten Gebiet abgeschossen wurde. Almaz-Antey hatte ein Experiment zur Modellierung der Katastrophe durchgeführt. Die Schlussfolgerungen: Die Maschine wurde von einer veralteten Rakete des Typs 9M38 des Systems BUK-M1 von ukrainischer Seite aus abgeschossen. „Heute können wir eindeutig sagen, dass, wenn die Boeing 777 der malaysischen Fluggesellschaft durch einen Fliegerabwehrkomplex BUK abgeschossen wurde, sie von einer veralteten Rakete 9M38 von Seiten der Ortschaft Saroschtschenskoje getroffen wurde“, unterstrich der Generaldirektor des Konzerns Almaz-Antey, Jan Nowikow, auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    Die Passagiermaschine Boeing 777-200ER der Malaysia Airlines wurde am 17. Juli 2014 auf dem Flug MH17 von Amsterdam (Niederlande) nach Kuala Lumpur (Malaysia) im Osten des Gebiets Donezk abgeschossen. Alle 283 Passagiere und 15 Crewmitglieder – Bürger von zehn Staaten – fanden dabei den Tod. Am 21. Juli 2014 verlangte der UN-Sicherheitsrat die Durchführung einer allseitigen und unabhängigen Untersuchung. Die Vertreter Russlands hatten mehrmals ihre Unzufriedenheit damit bekundet, wie diese Untersuchung geführt wurde; sie erklärten auch, dass die von der russischen Seite zur Verfügung gestellten Daten ignoriert würden.

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    Tags:
    JIT, Donezk, MH17