12:53 12 Dezember 2019
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    Fernsehjournalismus (Symbolbild)

    Russisches TV-Team in Georgien angegriffen

    © Sputnik / Kirill Krassilnikow
    Politik
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    Ein Aufnahmeteam des russischen Nachrichtensenders „Rossija 24“ ist in der georgischen Hauptstadt Tiflis angegriffen worden, berichtete das Portal Westi.ru am Samstag.

    Ein Korrespondent und ein Kameramann des Senders machten demzufolge ein Interview mit einem Ehepaar – einem Georgier und einer Ukrainerin –, das ein Reisebüro besitzt. Das Gespräch ging um mögliche Folgen der aufgehobenen direkten Flugverbindung zwischen Russland und Georgien für die Touristenbranche.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Proteste gegen die Regierung in Tiflis: Der zweite Tag in Folge<<<

    Eine Gruppe junger Leute attackierte dabei die Journalisten. Die Angreifer riefen nationalistische Parolen, spuckten und versuchten, auf die Journalisten einzuschlagen. Laut dem Korrespondenten Stanislaw Bernwald wurde das Aufnahmeteam zu einer Schlägerei provoziert.

    Der Besitzer des Reisebüros trat für die russischen Journalisten ein und stellte sich zwischen sie und die Attackierenden. Am Ende liefen diese weg.

    Das georgische Innenministerium leitete wegen des Vorfalls eine Ermittlung ein.

    Russlands Präsident, Wladimir Putin, hatte am Freitag den russischen Fluggesellschaften per Erlass Flüge nach Georgien zeitweilig untersagt. Das Verbot soll ab dem 8. Juli 2019 in Kraft getreten. Der Hintergrund sind die jüngsten antirussischen Proteste in Tiflis.

    Antirussische Proteste in Tiflis

    In der georgischen Hauptstadt Tiflis dauern seit Donnerstag Massenproteste gegen die Regierung an. Es sind bereits mindestens 240 Menschen, darunter 80 Polizisten, verletzt worden. Tausende Menschen hatten sich am Donnerstagnachmittag vor dem Parlament in Tiflis versammelt. Sie forderten den Rücktritt der Regierung. Laut Medienberichten war der Besuch einer russischen Delegation Auslöser der Proteste.

    Die Russen hatten im georgischen Parlament an einer internationalen Tagung teilgenommen, die Problemen des Orthodoxen Christentums gewidmet war. Weil ein russischer Delegierter bei der Tagung den Vorsitz führte, verließ die Opposition den Saal und rief zu Demonstrationen auf.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Georgien: Regierungsgegner stürmen Parlament - Polizei reagiert mit Gummigeschossen<<<

    Der Parlamentssprecher Irakli Kobachidse kam den Forderungen der Protestler nach und kündigte seinen Rücktritt an. Das Innenministerium Georgiens teilte am Freitag mit, dass mehr als 300 Menschen im Laufe der Demonstrationen festgenommen worden seien.

    mo/gs/sna

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