05:40 19 November 2019
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    Rüdiger von Fritsch, Botschafter Deutschlands in Moskau

    Deutscher Botschafter in Moskau hält Krim-Rückkehr zu Ukraine für möglich

    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Politik
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    Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, hält eine Rückkehr der Schwarzmeer-Halbinsel Krim zur Ukraine für möglich. Von Fritsch verlässt Ende des Monats nach fünf Jahren in Moskau Russland und wird von einem engen Vertrauten der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen abgelöst.

    „Ich hielte es für fatal, wenn wir die Krim-Annexion einfach hinnehmen würden“, sagte der Diplomat der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. „Es gibt keinen Grund, prinzipielle Positionen aufzugeben.“

    Dabei verwies von Fritsch auf die besondere deutsche Verantwortung in dieser Frage: „Unsere historische Erinnerung muss sein, dass es mit deutscher Zustimmung über die Köpfe Betroffener hinweg nie wieder einseitige Grenzverletzungen durch Gewaltanwendung gibt“, sagte er. „Gerade wir als Deutsche mit unserer Geschichte können bestimmte Verletzungen internationalen Rechts nicht einfach hinnehmen.“

    Die Sanktionen der EU gegen Russland lobte er als „wichtig und richtig“: „Es ist gut, dass wir völlig anders als in der Vergangenheit nicht gewaltsam mit solchen Fragen umgehen. Aber, dass wir entschlossen und geschlossen reagieren, ist gut und wichtig und richtig.“

    Der 65-jährige von Fritsch soll von einem der engsten Vertrauten der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) abgelöst werden. Der Diplomat Géza Andreas von Geyr, derzeit Leiter der Politikabteilung im Verteidigungsministerium, soll künftig die mit rund 350 Mitarbeitern größte deutsche Auslandsvertretung leiten.

    Wie genau die Krim künftig wieder Teil der Ukraine werden soll, präzisierte der Diplomat allerdings nicht.

    Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland erfolgte nach einem Referendum im März 2014. Bei dem Volksentscheid hatten 96,77 Prozent der Wähler der Republik Krim und 95,6 Prozent derjenigen von Sewastopol für den Beitritt zur Russischen Föderation gestimmt. Westliche Staaten erkennen die Ergebnisse des Referendums nicht an und sprechen von einer „Annexion“ durch Russland.

    Das Referendum wurde nach dem Staatsstreich in der Ukraine vom Februar 2014 durchgeführt. Kiew betrachtet die Schwarzmeerinsel Krim als „zeitweilig okkupiertes Territorium“. Die russische Führung hat wiederholt darauf verwiesen, dass die Krim-Bewohner auf demokratischem Wege und im vollen Einklang mit dem Völkerrecht und der UN-Charta für die Wiedervereinigung mit Russland gestimmt haben. Wie der russische Präsident Wladimir Putin dazu sagte, sei die Krim-Frage endgültig entschieden.

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