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22:45 15 Juli 2019
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    Wahlplakat der AfD (Archiv)

    Wegen AfD-Mitglieds: Israels Regierung lehnt Empfang hessischer Delegation ab

    © Sputnik / Grigorij Sysoew
    Politik
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    Eine Delegation um die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus ist zu einem Besuch in Israel eingetroffen. Die Gruppe wird allerdings offiziell nicht empfangen. Der Grund: Einer der Teilnehmer ist der AfD-Landtagsabgeordnete Dimitri Schulz, schreibt das Portal hessenschau.

    Bei dem Besuch der knapp 30-köpfigen Delegation handelt es sich um eine mehrtägige bis zum Freitag dauernde Sondierungsreise, schreibt das Portal am Sonntag. Auf dem Programm stehen unter anderem die „Cyber Security Konferenz“ am Montag in Tel Aviv sowie ein Besuch des Forschungslabors für Cybersicherheit, das von der Hebräischen Universität von Jerusalem und dem Fraunhofer-Institut in Darmstadt betrieben wird.

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    Darüber hinaus wurde laut dem Ministeriumssprecher ein Termin beim Wirtschaftsministerium angefragt, aber abgesagt. Bei einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wird die parteilose Sinemus Christian Henkes alleine einen Kranz niederlegen. Die Gruppe werde sich währenddessen privat das Gelände ansehen.

    AfD-Abgeordnete werden offenbar grundsätzlich nicht von der israelischen Regierung empfangen. Henkes zufolge sollen von dieser Regelung auch ähnliche Parteien aus Frankreich und Österreich betroffen sein.

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    Hessens AfD-Landtagsfraktionssprecher Benjamin Günther kommentierte den Zwischenfall. Die Entscheidung liegt demnach in der Hoheit des Landes. Man gehe offen auf andere zu.

    Der in Kirgisien geborene Dimitri Schulz stammt aus einer Familie christlich-jüdischer Herkunft, so hessenschau. Der 32-Jährige war an der Gründung der Vereinigung „Juden in der AfD“ beteiligt. Die Gründung einer jüdischen Gruppe innerhalb der AfD hatte bei jüdischen Verbänden heftige Proteste ausgelöst.

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    Früher hatte der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, in einem Interview mit der DPA verraten, jeden Kontakt zur AfD zu vermeiden. Grund soll das Geschichtsverständnis der Partei sein.

    „Mehrere Male hat ihr Führungspersonal Dinge gesagt, die ich als hochgradig beleidigend für Juden, für Israel und für das ganze Thema des Holocaust empfinde“, so der Diplomat.

    mo/gs/dpa

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    Tags:
    Hessen, Rechte, Holocaustleugnung, Holocaust, Juden, Antisemitismus, AfD, Israel, Deutschland