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09:14 17 Juli 2019
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    Chinesische Muslime vor einem Morgengebet in einer Moschee in Schanghai (Archiv)

    Masseninternierung gegen Islamismus? – China verteidigt umstrittene Muslim-Zentren

    © REUTERS / ALY SONG
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    Die USA nennen es Folter: „Umerziehungslager“ für Minderheiten. China hat hingegen Vorwürfe über eine massenhafte Internierung von Angehörigen muslimischer Minderheiten zurückgewiesen. Die Behörden brächten lediglich Menschen, die von religiösem Extremismus beeinflusst seien, wieder auf den rechten Weg, hieß es seitens der Chinesen.

    Es seien „berufliche Trainingszentren“, in denen getanzt und gesungen werde. Die persönliche Freiheit der Anwesenden sei geschützt, diese könnten regelmäßig nach Hause fahren. In den Schlafsälen gebe es Fernsehen, Telefone und Klimaanlagen. Die Bewohner bekämen berufliche Fähigkeiten vermittelt, außerdem nähmen sie an Programmen zur „Entradikalisierung“ teil. So beschrieb der Vizegouverneur der Provinz Xinjiang im Westen Chinas, Aierken Tuniyazi, am Dienstag im UN-Menschenrechtsrat in Genf die umstrittenen Zentren.

    „Wir wollen die, die durch religiösen Extremismus beeinflusst wurden und kleinere Straftaten begangen haben, erziehen und retten“, so Tuniyazi.

    Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen sprechen hingegen von brutalen Umerziehungslagern. In diesen Lagern sollen bis zu einer Million Menschen inhaftiert sein. Die meisten Betroffenen gehören nach Angaben von Entlassenen muslimischen Minderheiten an, viele seien Uiguren.

    Die US-Vertretung in Genf sprach von Folter, grausamer und unmenschlicher Behandlung sowie totaler Überwachung in den Zentren. Sie kritisierte den UN-Menschenrechtsrat, aus dem die USA vor einem Jahr ausgetreten waren, scharf. Er habe erneut China, einem der größten Verletzer von Menschenrechten, eine Plattform für Propaganda gegeben, hieß es. Der Rat solle Regierungen und deren Vertreter, die Menschenrechte verletzten, zur Rechenschaft ziehen, wenn er auf der Weltbühne Rechtmäßigkeit und Glaubwürdigkeit darstellen wolle, so die US-Vertreter.

    Es gibt nach Schätzungen etwa zehn Millionen Uiguren in China. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt. In Xinjiang gab es jahrelang blutige Zwischenfälle. Uiguren und viele andere Minderheiten fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt und ausgebeutet. Die Regierung hingegen wirft uigurischen Gruppen Separatismus vor.

    ba/dpa

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    Tags:
    UN-Menschenrechtsrat, USA, Extremismus, Lager, Religion, Kritik, Menschenrechtler, Menschenrechte, Muslime, Vorwürfe, Minderheiten, Islamismus, China