17:44 31 Oktober 2020
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    Chinesische Laternen mit dem gemalten Wort „Ik“ fliegen durch die Luft. Rote albanische Flaggen mit einem schwarzen doppelköpfigen Adler sowie  EU- und UN-Flaggen sind zu sehen. Die Menschenmenge ruft im Sprechchor „Rama Ik! Rama Ik! Rama Ik” – so die Situation derzeit in Albanien.

    Seit Februar fordert die albanische Opposition mit heftigen Protesten den Rücktritt des sozialistischen Regierungschefs Edi Rama. Mit dem Ruf „Rama Ik!“, was „Rama weg!“ bedeutet, gehen sie seit Wochen auf die Straßen.

    Wie die britische Zeitung „The Economist“ berichtet, fliegen dabei regelmäßig Feuerwerkskörper, Rauchbomben und Steine in Richtung des Sitzes von Rama.

    Lulzim Basha, der Chef der Demokratischen Partei Albaniens, ermutigt seine Anhänger:

    „Ich werde nicht zulassen, dass dieses Land sich in eine östliche Despotie verwandelt!“

    Doch die Proteste haben eine Kehrseite. Solange mit solch einer Heftigkeit und Regelmäßigkeit auf den Straßen und im Parlament protestiert wird, werden die Chancen für einen baldigen EU-Beitritt Albaniens immer geringer.

    Vor einem Jahr hatte die EU den Beginn der Beitrittsgespräche für Albanien bereits von weiteren Reformfortschritten abhängig gemacht. Am 29. Mai hatte die EU-Kommission Albanien dazu aufgerufen, die Reformen endlich voranzubringen.

    Rama selbst betont dabei immer wieder, dass er die Bemühungen seines Landes, der EU beizutreten, fortsetzen werde.

    Zugleich beschuldigte er aber auch andere Regierungen, in ihrem Widerstand gegen einen zügigen Beitritt Albanien populistischen Parteien zu folgen.

    Wie dem auch sei, das politische Chaos in Albanien bleibt ein riesiger Stolperstein auf dem Weg in die EU.

    mg/

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    Tags:
    Beitritt, EU, Albanien, Edi Rama