03:13 15 Dezember 2019
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    Verladung der Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland (Archiv)

    Nord Stream 2 muss Route wegen sturer Position Dänemarks ändern

    © Foto : Nord Stream 2/Axel Schmidt
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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (64)
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    Das Betreiberkonsortium Nord Stream 2 hat seinen Antrag für die Route durch dänische Hoheitsgewässer südlich der Insel Bornholm vor der Küste Schwedens nach eigenen Angaben zurückgezogen. Die Dänische Energiebehörde (DEA) sei bereits davon in Kenntnis gesetzt worden, teilte das Konsortium am Freitag mit.

     „Wir sehen uns zu diesem Schritt verpflichtet, da die dänische Regierung in den zwei Jahren seit der Antragstellung keinen Hinweis auf eine Entscheidungsfindung gegeben hat“, wurde Matthias Warnig, Vorstandschef der Nord Stream 2 AG, in der Mitteilung zitiert.

    „Sowohl Nord Stream 2 als auch unsere Investoren sind jedoch auf Rechtssicherheit und den Investorenschutz angewiesen, was einen transparenten und berechenbaren Entscheidungsprozess bedeutet. Dies umso mehr, da der Bau in den Gewässern von vier weiteren Ländern bereits weit fortgeschritten ist“, betonte der Topmanager.

    Den Angaben zufolge hat das Genehmigungsverfahren für die Route nordwestlich von Bornholm gezeigt, dass „alle technischen und ökologischen Voraussetzungen erfüllt werden können und eine Genehmigung nach internationalem Seerecht (UNCLOS 1982) erteilt werden kann“. Der Antrag für den Routenverlauf südöstlich von Bornholm werde bearbeitet.

    Eine in diesem Rahmen kürzlich durchgeführte öffentliche Anhörung habe keine besonderen ökologischen oder technischen Probleme aufgezeigt. „Daher konzentriert sich Nord Stream 2 nun auf diese beiden Routen. Das Unternehmen wird weiterhin konstruktiv mit den dänischen Behörden zusammenarbeiten, um die zeitnahe Genehmigung einer Route sicherzustellen“, hieß es in der Mitteilung.

    Über die Pipeline Nord Stream 2 sollen auf dem Grund der Ostsee jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter  Gas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. 2017 unterzeichnete das Betreiberkonsortium Abkommen mit Engie, OMV, Royal Dutch Shell, Uniper und Wintershall. Demnach gingen die Gesellschafter die Verpflichtung ein, 50 Prozent der erforderlichen Finanzierung zu stellen. Für den Rest kommt der russische Gaskonzern Gazprom als größter Anteilseigner auf. Die größten Befürworter des Projekts in der EU sind die Regierungen Deutschlands und Österreichs.

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    Matthias Warnig, Position, Dänemark, Rücknahme, Route, Antrag, Nord Stream 2