22:45 21 November 2019
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    Keine Ferien ohne Hausaufgaben – Fridays-for-Future-Kundgebung in Berlin, 28. Juni 2019

    Keine Ferien ohne Hausaufgaben – Fridays-for-Future-Aktivisten umzingeln Bundestag

    © Foto : Simon Villegas
    Politik
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    Aktivisten der Bewegung „Fridays for Future“ haben in Berlin Hand in Hand das Reichstagsgebäude, den Sitz des Deutschen Bundestages symbolisch umzingelt. Der Dresscode lautete: Alarmstufe Rot. Die Politiker müssen ihre „Hausaufgaben“ erledigen, bevor sie in die parlamentarische Sommerpause entlassen werden, skandierten die Demonstranten.

    Pünktlich um 12 Uhr haben sich nach Angaben der Morgenpost etwa 850 Studenten und Schüler am Invalidenpark versammelt. Grund dafür ist eine Protestreihe, die jeden Freitag stattfindet, organisiert von der Bewegung „Fridays for Future“, die sich gerne auch F4F abkürzt. Ihre Forderungen sind unter anderem, eine Netto-Null von Treibhausgasemissionen bis 2035 zu erreichen und Kohle als fossilen Energieträger bis 2030 zu ersetzen. In der neuesten Aktion haben sie den Bundestag in einer Menschenkette umzingelt. Der Dresscode, der am Vortag auf den sozialen Kanälen geteilt wurde, lautete: „Alarmstufe Rot“.

    Hausaufgaben für die Politiker

    Vor ein paar Wochen hatten die Aktivisten symbolische „Blaue Briefe“ an Politiker verschickt. Quang Paasch, aktives Mitglied der Berliner Gruppe von „Fridays for Future“, erläutert den dahinter stehenden Gedanken: „Blaue Briefe sind für Schülerinnen und Schüler bestimmt, wenn sie versetzungsgefährdet sind, weil sie nicht die genügenden guten Noten erreichen. Nach dem Prinzip haben wir in der Sache Klimapolitik die Note sechs verteilt. Somit sind die Politiker versetzungsgefährdet.“

    Eine Menschenkette um den Bundestag soll die betroffenen Politiker in einem symbolischen Sinne „einsperren“, wie Paasch Sputniknews erklärte. Denn „solange die Politiker ihre Hausaufgaben nicht machen, erlassen wir sie nicht in die Ferien.“

    Menschenkette am Bundestag

    Am Invalidenpark wurden verschiedene Reden vorgetragen. Es wurde über das Aussterben des Borkenkäfers, das fehlende Engagement der Regierung, wie auch das eigene Engagement gesprochen. „Wer von euch hat drei Euro, um die Welt zu retten?“, fragte einer der Organisatoren in die Menge. Tatsächlich sei die Rettung des Klimas gar nicht so teuer. Quang Paasch formulierte es folgendermaßen: „Wir fordern nichts, das utopisch ist, wir fordern etwas, das realistisch ist. Wir haben über 28.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sagen, es ist möglich, unsere Ziele und das Pariser Klima-Abkommen einzuhalten.“

    In einer anschließenden Demonstration liefen die Teilnehmer vom Invalidenpark, über die Luisenstraße zum Bundestag. Am Gebäudekomplex der deutschen Regierung angekommen, gingen die Demonstranten Hand in Hand bis zum Eingang des Bundestages.

    Was folgt?

    Diese Aktion soll nicht die letzte gewesen sein, versicherte Paasch der Sputnik-Reporterin. Für den 20. September 2019 ruft F4F beispielsweise zum Generalstreik auf. Dazu sei nicht nur die Schülerschaft, sondern auch „die große Gesamtheit der Menschen“ eingeladen. „Wir kämpfen für eine Welt, in der wir alle gemeinsam leben können. Das geht nur, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, weil wir alle im gleichen Boot sitzen.“

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    Tags:
    Klimaschutz, Klimawandel, Klima, Demo, Bundespolitiker, Politiker, Bundestag, Proteste, Deutschland, „Fridays For Future“, Fridays For Future