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    Russlands Präsident Wladimir Putin beobachtet den Raketentest des Awangard-Systems (Archiv)

    Lieferprobleme bei Hyperschallwaffe? Russische Regierung kommentiert

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    Politik
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    Russland wird die Herstellung von Hyperschallraketen „Awangard“ zahlenmäßig einschränken müssen, weil Werkstoffe fehlen. Das berichtet der amerikanische TV-Sender „CNBC“ mit Verweis auf einen Geheimdienstbericht. Russlands Regierungskabinett hat indes ganz andere Informationen.

    Das Waffensystem „Awangard“ wird maßgeblich dazu beitragen, dass Russland gegenüber den USA und China bei Hyperschallwaffen einen Vorsprung erzielt, so „CNBC“. Bis 2020 soll „Awangard“ die Einsatzreife erreichen. Davon sind amerikanische Geheimdienste laut dem TV-Sender überzeugt. Allerdings werde Russland kaum mehr als 60 dieser Raketen bauen, „weil die Entwicklung sich als zu kostspielig erweist“, so eine mit Geheimdienstinformationen vertraute Quelle bei „CNBC“.

    Ende letzten Jahres schon berichtete „CNBC“, russische Rüstungsfirmen hätten Schwierigkeiten mit der Lieferung von Karbonfasern für die Herstellung der „Awangard“-Rakete. Dieser Werkstoff hält extremer Hitze bei Hyperschallgeschwindigkeiten stand.

    Russlands Regierungskabinett hat die „CNBC“-Meldung kommentiert: „Die Herstellung und die Auslieferung von ‚Awangard‘-Systemen mit dem Hyperschallgleiter als Kampfblock verläuft planmäßig, ohne Aussetzer“, erklärte ein Sprecher des Vize-Premiers Juri Borissow, der das Rüstungsprogramm bei der russischen Regierung verantwortet.

    Der renommierte Rüstungsanalyst Wiktor Murachowski sagte indes im Sputnik-Gespräch, der „CNBC“-Bericht sei eine Finte von US-Geheimdiensten. „Russland hat kein Problem bei der Herstellung von hitzebeständigen Werkstoffen, weder für Raumschiffe noch für Abfang- oder für ballistische Interkontinentalraketen.“

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat das Waffensystem „Awangard“ im März letzten Jahres bei einer Ansprache vor der Föderalversammlung vorgestellt. Laut dem Präsidenten erreicht der Kampfblock dieses Waffensystems auch in dichten Atmosphärenschichten die 20-fache Schallgeschwindigkeit bei interkontinentaler Reichweite.

    Die Fähigkeiten des Kampfblocks ermöglichen es dem Waffensystem, gegnerischen Abwehr- und Abfangsystemen auszuweichen. Der Block kann praktisch nicht abgeschossen werden, da seine Flugbahn im Voraus nicht ermittelbar ist. Auch gibt es keine Abwehrwaffe, die das „Awangard“-System in der Luft einholen könnte. Die Abfangrakete müsste dafür eine Geschwindigkeit von über 30 Mach erreichen.

    Ende letzten Jahres hat das russische Verteidigungsministerium das „Awangard“-System erfolgreich getestet: Im Gebiet Orenburg gestartet, traf die Rakete ein rund 6000 km entferntes Ziel auf der Halbinsel Kamtschatka. Die Tests sind abgeschlossen, noch in diesem Jahr stellt die russische Armee die ersten „Awangard“-Systeme in Dienst.

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    Tags:
    Probleme, Hyperschallwaffen, Waffensysteme, Russland