21:05 30 November 2020
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    Der russische Milliardär Oleg Deripaska soll nach eigenen Angaben innerhalb von zwei Jahren mehr als 20 Millionen Dollar für die Befreiungsaktion für den in der iranischen Gefangenschaft gehaltenen ehemaligen FBI-Agenten Robert Levinson ausgegeben haben. Dies berichtet die US-Zeitung „The Hill“.

    Laut Deripaska hat er die Befreiungsaktion auf Antrag des FBI, der zentralen Sicherheitsbehörde der Vereinigten Staaten, bezahlt, die zu jenem Zeitpunkt von Robert Mueller geleitet wurde. Zudem sei dies auf Ersuchen von Andrew McCabe, des ehemaligen stellvertretenden Direktors des FBI, geschehen. 

    „Wissen Sie, derjenige, der jetzt unter Überwachung steht, hat mich angesprochen, nämlich McCabe <...>. Er sagte auch, dass es für alle (FBI-Mitarbeiter – Anm. d. Red.) wichtig sei. Und ich habe ihnen irgendwie geglaubt“, zitiert „The Hill“ den russischen Geschäftsmann.

    Laut Deripaska hat sein Team fast eine Einigung über die Freilassung mit den Leuten erzielt, die den FBI-Agenten seit 2007 gefangen gehalten hätten. Jedoch habe man ihm mitgeteilt, dass im Außenministerium, dem zu jenem Zeitpunkt Hillary Clinton vorstand, Schwierigkeiten aufgetreten seien und auf den Deal verzichtet werde.

    Nach dem Scheitern des Deals soll der Agent gestorben sein.

    Auch habe er gehört, dass ein bestimmter Experte des Außenministeriums, ein Experte für Russland, gesagt haben soll, dass die Vereinigten Staaten „diesem Kerl (Deripaska – Anm. d. Red.) nichts schulden wollen“. Dabei betonte Deripaska, er habe nie irgendwelche Gefälligkeiten vonseiten Washingtons für seine persönlichen Bemühungen bezüglich der Befreiung des US-Agenten erwartet. Außerdem versuche er immer noch, aufzuklären, warum das US-Außenministerium eine solche Entscheidung in Bezug auf Levinson getroffen habe.       

    Belastung für Mueller-Team? Deripaska zweifelt an Russland-Connections von Manafort

    Zudem gab Deripaska an, er habe im September 2016 mit den FBI-Mitarbeitern über die angebliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahlen gesprochen.

    Dabei hat er nach eigenen Angaben in einem Gespräch, das als ein Teil der Untersuchung des US-Generalstaatsanwalts Robert Mueller galt, eine solche Einmischung bezweifelt und den Kontakt mit Paul Manafort, dem Ex-Wahlkampf-Chef von Donald Trump, bestritten. Den US-Ermittlern zufolge sollen gerade über Manafort Kontakte zwischen Russland und dem Präsidentschaftskandidaten zustande gekommen sein.  

    „Ich sagte ihnen direkt, dass ich nicht glaube, dass er [Manafort] die Interessen Russlands vertreten würde“, so Deripaska. Außerdem habe er den FBI-Agenten gesagt, dass er und Manafort nicht befreundet seien.

    Deripaskas Gespräch sei von den Ermittlern um Robert Mueller nicht den Anwälten von Manafort zur Verfügung gestellt worden, als dieser angeklagt wurde, obwohl die Worte des russischen Geschäftsmanns als ein Beweis für Manaforts Unschuld hätten dienen können. Dieser Umstand hätte als ein Gesetzesverstoß betrachtet werden könnte, schreibt „The Hill“.  

    Im März 2019 war Paul Manafort zu einer Haftstrafe von 7,5 Jahren verurteilt worden  - wegen des Versuchs, die Justiz zu stören, wegen Verschwörung gegen die USA und wegen Steuerhinterziehung.    

    Der im April veröffentlichte Bericht des Sonderstaatsanwalts Robert Mueller hat bewiesen, dass es zwischen dem Wahlkampfteam des Präsidenten Donald Trump und Russland keine Absprachen gegeben hatte. Außerdem betonte Mueller, dass Trump nicht versucht habe, die Justiz zu behindern.

    Anfang April 2018 hatten die USA Russland mit neuen Strafmaßnahmen belegt und mehrere große russische Geschäftsleute sowie die von ihnen kontrollierten Unternehmen auf die sogenannte SDN-Sanktionsliste gesetzt, darunter Deripaska mit seinen Firmen En+ Group, GAZ Group, Basic Element und RusAl. Ihre Aktiva in den USA sind gesperrt. Zudem ist US-Bürgern verboten, Geschäfte mit den aufgelisteten Personen bzw. Unternehmen abzuwickeln.

    Mitte März 2019 hatte Deripaska das US-Finanzministerium aufgefordert, die gegen ihn verhängten Sanktionen aufzuheben, und eine entsprechende Gerichtsklage eingereicht. 

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Einmischung, FBI, Oleg Deripaska, Paul Manafort