22:03 21 November 2019
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    EU-Unterstützer in Polen (Symbolbild)

    Albanien und Nordmazedonien: Polens Außenminister drückt bei EU-Beitrittsverhandlungen auf die Tube

    © AP Photo / Alik Keplicz
    Politik
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    Im polnischen Posen kommt an diesem Donnerstag die Balkan-Konferenz zusammen. Vor dem Treffen hat sich der polnische Außenminister Jacek Czaputowicz gegen ein Hinauszögern des Beginns von EU-Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien ausgesprochen.

    Czaputowicz sagte der polnischen Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ in Bezug auf Albanien und Nordmazedonien: „Die Bevölkerung (der Region) ist proeuropäisch, doch eine Verzögerung des Integrationsprozesses und die Errichtung künstlicher Barrieren könnten ihre Einstellung ändern.“ Auch Russland, die Türkei und China würden in der Region Einfluss nehmen, betonte er.

    Der polnische Außenminister Politiker spricht am Donnerstag in Posen mit Ministern der Balkanländer und mehrerer EU-Staaten über eine engere Zusammenarbeit in der Region. Deutschland ist unter anderem mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vertreten.

    Die 2014 von Deutschland initiierte Westbalkan-Konferenz („Berliner Prozess“) soll die Balkanländer an eine künftige Mitgliedschaft in der EU heranführen. Zu den Teilnehmerstaaten zählen Serbien, Albanien, Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und das Kosovo sowie zehn EU-Länder. Bei der Unterstützung der Balkanstaaten spielen auch sicherheitspolitische und wirtschaftliche Interessen der EU eine Rolle.

    Deutschland und Frankreich gegen schnelle Verhandlungen

    Allerdings wurde die für Juni geplante Bekanntgabe eines Termins für den Beginn der Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien durch einige EU-Staaten blockiert und auf voraussichtlich Oktober verschoben. Kritiker – unter ihnen Deutschland und Frankreich – hatten unter anderem unzureichende Fortschritte beim Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität in den beiden Ländern bemängelt. Die EU-Kommission hatte hingegen die Aufnahme der Gespräche ausdrücklich empfohlen.

    Czaputowicz sagte, Polen sei von deren Verschiebung enttäuscht. „Meiner Meinung nach ist das eine egoistische Haltung, die das weiterreichende Interesse der EU nicht berücksichtigt.“

    dpa/mw

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    Beitritt, EU, Polen