16:49 28 Februar 2020
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    Akten der streng geheimen Chemiewaffenforschungseinrichtung Porton Down des britischen Verteidigungsministeriums sind in einem Müllcontainer auf einem Parkplatz im Norden Londons entdeckt worden. Dabei soll es sich um Dokumente mit sensiblen Daten handeln. Dies berichtet die britische Zeitung „Daily Star“.

    Tausende Seiten Dokumente mit persönlichen Daten, Informationen zur Sicherheitsausrüstung von Wachbeamten, mit einer detaillierten Beschreibung der Aufgaben der im Labor patrouillierenden Polizisten nebst einem Passwort für Computersysteme seien in einem Müllcontainer entsorgt worden, heißt es in dem Beitrag.

    Die Akten beziehen sich angeblich auf einen Zeitraum von Anfang der 1980er Jahre bis Ende 2017.

    „Wir können bestätigen, dass Ermittlungen eingeleitet wurden“, zitiert die Zeitung einen Vertreter des britischen Verteidigungsministeriums.

    Ein Experte auf dem Gebiet der Aufklärung habe, so das Blatt, die entdeckten Dokumente als „Traum eines Terroristen“ bezeichnet.

    Der militärische Forschungskomplex Porton Down, der offiziell The Defence Science and Technology Laboratory (Dstl) heißt, liegt zwölf Kilometer von der Stadt Salisbury entfernt. Das Labor wurde vor mehr als hundert Jahren gegründet. Seine erste Aufgabe bestand in der Entwicklung und Erprobung chemischer Waffen während des Ersten Weltkrieges. Danach wurde dort angeblich an biologischen Waffen gearbeitet.

    Fast alle Aktivitäten von Porton Down werden geheim gehalten. Es ist jedoch bekannt, dass dort von 1949 bis 1989 Experimente an Menschen durchgeführt wurden. Im Jahr 2008 hatte das britische Verteidigungsministerium laut Medienberichten drei Millionen Pfund (über drei Millionen Euro) an 360 Veteranen gezahlt, die von diesen Experimenten betroffen waren.

    Porton Down rückte ins Rampenlicht, nachdem der frühere russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia am 4. März 2018 in Salisbury bewusstlos aufgefunden worden waren. Nach Darstellung der britischen Regierung waren sie mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen „Nowitschok“ bekannt, vergiftet worden.

    Jedoch fanden die Wissenschaftler von Porton Down nach eigenen Angaben „keine präzise Quelle“ für das Gift, mit dem die Skripals angegriffen wurden.

    pd/sb

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    Tags:
    Chemiewaffen, Porton Down, Dokumente