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19:46 17 Oktober 2019
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    Ukrainische Militärs beim Nato-Manöver Sea Breeze 2019 in Odessa

    Nato-Übung im Schwarzen Meer: Ein Täuschungsmanöver durch und durch

    © Foto: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 3rd Class T. Logan Keown
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    Die Nato trainiert unter US-Kommando gemeinsam mit ukrainischen Seeleuten im Schwarzen Meer unweit der Halbinsel Krim. 30 Schiffe, 30 Fluggeräte, über 900 Mann – „Sea Breeze“ heißt das Manöver. Der Aufmarsch ist mehr als reine Übung.

    Ein britischer Zerstörer und eine kanadische Fregatte haben Kurs genommen auf die ukrainische Küste. Auch sie sollen beim „Sea Breeze“-Manöver mitfahren. Die russische Marine überwacht die Kampfschiffe auf Schritt und Tritt, denn: „Das Manöver ist offenkundig antirussisch angelegt“, sagt Militärbeobachter Juri Kotenok im Sputnik-Gespräch.

    Die offizielle Begründung für „Sea Breeze“ sei zwar absolut glatt formuliert, aber: „Wir wissen es doch, und die Teilnehmer der Übung wissen es viel besser, gegen wen dieses Manöver gerichtet ist.“ Es sei „ein Probelauf für Kampfhandlungen gegen Russland im Schwarzen Meer“, so der Experte.

    Dabei weist die Nato der Ukraine eine Schlüsselrolle zu: „Die Nato will festen Fuß fassen in der Schwarzmeerregion. Erst hat sich die Allianz in Bulgarien und Rumänien festgesetzt, jetzt will sie sich auf ukrainischem Boden einrichten. Bei Otschakiw wird schon ein US-Stützpunkt aufgebaut, dort werden Spezialkräfte ausgebildet – gerademal 100 Kilometer vor der Krim. Für die russischen Streitkräfte gilt deshalb, die Ohren steif zu halten“, sagt Militärexperte Juri Kotenok.

    Die russische Marine ist mit einer Korvette und einer Fregatte vor Ort und überwacht das Geschehen, teilt die nationale Einsatzleitzentrale des Verteidigungsministeriums mit. Auch russische Marineflieger patrouillieren in bestimmten Gebieten. An den Küsten stehen Antischiffssysteme „Bal“ und „Bastion“ bereit. Fernmeldetruppen klären das Manöver auf.

    Besonders auffällig ist, dass laut dem Fachportal „Bosphorus Observer“ auch ein französisches Aufklärungsschiff ins Schwarze Meer eingelaufen ist. Die „Dupuy de Lôme“ ist ein Signalaufklärer, der über Funk-, Radar- und elektronische Systeme die gegnerischen Sende- und Sensoranlagen orten sowie den Nachrichtenverkehr des Gegners abfangen und abhören kann.

    „Bei der Übungslage von ‚Sea Breeze‘ ist das französische Aufklärungsschiff dort überflüssig“, sagt Militärexperte Sergei Tschennyk im Sputnik-Interview. „Das Schiff hat da eigentlich nichts zu suchen.“

    Aber der Aufklärer ist nun mal vor Ort, im Schwarzen Meer. „Das französische Aufklärungsschiff wird wahrscheinlich den Schiffsverkehr durch den Bosporus und die Dardanellen überwachen. Darüber läuft der Großteil der Versorgung der russischen Truppen in Syrien“, erklärt der Analyst.

    Die „Dupuy de Lôme“ ist also nicht dafür da, um an „Sea Breeze“ teilzunehmen. Laut dem Experten verhält es sich anders: „Die Nato-Übung im Schwarzen Meer ist nur ein Deckmantel für den Aufklärungseinsatz des französischen Schiffes.“

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    Tags:
    Ukraine, Odessa, NATO, Seemanöver Sea Breeze