04:23 18 November 2019
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    THAAD-Raketenabwehrsystem auf der US-Militärbasis in Capul, Rumänien (Archivbild)

    Wegen Russland: Nato will Raketenabwehr in Europa stärken

    © Foto: Michigan Army National Guard / Spc. Brian Pearson
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    Die Nato prüft derzeit, ob sie ihr Raketenabwehrsystem angesichts der neu entwickelten russischen Mittelstreckenraketen modernisieren soll, nachdem der INF (Intermediate Range Nuclear Forces)-Vertrag ausgesetzt wurde. Dies berichtet die US-amerikanische Zeitung „The New York Times“.

    Aufgrund von Informationen, die von mehreren Geheimdiensten der Nato-Länder erhalten worden seien, sei das Bündnis darüber einig, dass die neuen russischen Marschflugkörper mit nuklearer Ausrüstung eine Bedrohung darstellen, heißt es in dem Beitrag.

    Was die Modernisierung anbetreffe, so gehe es um die in Polen und Rumänien stationierten Raketenabwehrsysteme Aegis Ashore, die modernisierte Radare und Abfangjäger erhalten könnten, die in der Lage wären, russischen Marschflugkörpern 9M729 standzuhalten. Auch könnten die dort bereits aufgestellten Raketenabwehrkomplexe durch andere ersetzt werden.   

    Im März wurde die Aufstellung des THAAD-Systems (Terminal High Altitude Area Defense, dt. etwa: Flächendeckende Verteidigung gegen (ballistische Raketen) in großer Flughöhe nach Wiedereintritt) in Deveselu (Rumänien) abgeschlossen. Es sollte das Aegis Ashore-System, das damals modernisiert wurde, für mehrere Wochen ersetzen.

    Die Stationierung der Startanlagen der US-Raketenabwehr in Rumänien und Polen verstößt laut Moskau gegen den INF-Vertrag mit Russland über die Vernichtung atomarer Kurz- und Mittelstreckenraketen. Dabei handelt es sich um universelle bordgestützte Startanlagen Mk.41, die neben den Anti-Raketen Standard SM-3 für den Start von Tomahawk-Raketen bestimmt sind. Fast der ganze europäische Teil Russlands könne von US-Marschflugkörpern erreicht werden, so die Begründung der russischen Seite.

    INF-Vertrag

    Der INF-Vertrag war am 8. Dezember 1987 von den damaligen Staatschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, unterzeichnet worden. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mit mittlerer (1000 bis 5500 Kilometer) und kürzerer (500 bis 1000 Kilometer) Reichweite zu vernichten und keine neuen mehr zu produzieren. In den letzten Jahren warfen sich beide Staaten gegenseitig vor, diesen Vertrag zu verletzen.

    pd/sb

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    Tags:
    Raketenabwehr, NATO, USA, Russland