18:21 26 Januar 2020
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    Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ Kritik an der Politik des US-Präsidenten Donald Trump geübt und ihm die Zerstörung des Weltwirtschaftssystems vorgeworfen.

    „Unter der Flagge der Freiheitlichkeit und Marktwirtschaft zerstört er mutwillig das regelbasierte Weltwirtschaftssystem“, so Schröder.

    „Das Gefährliche an Trump“ sei: „Er versucht, selbst Freunden und Verbündeten vorzuschreiben, was die politisch und wirtschaftlich zu tun und zu lassen haben. Wenn man das zuspitzt, heißt es: Er will keine Partner, sondern Gefolgsleute.“

    Zudem zeigte sich Schröder empört über das Vorgehen des US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell: „Was erdreistet sich der amerikanische Botschafter in Deutschland, hier öffentlich das deutsche Verteidigungsbudget zu kritisieren oder die Autoindustrie zu attackieren?“, so Schröder.

    „Da hätte ich mir von der Bundesregierung schon das eine oder andere Mal die Ansage gewünscht, dass ihn das nichts angeht. Wir sind doch hier keine Bananenrepublik“, fügte Schröder hinzu.

    Unter anderem äußerte sich der Altkanzler über die Debatten zum Klimaschutz und erläuterte, was ihn dabei stört. Ihm zufolge wird aktuell so gut wie alles aus der Perspektive der Klimapolitik diskutiert:

    "Dass das ein wichtiger Aspekt ist, will ich gar nicht bestreiten. Aber dass jetzt fast die gesamte politische Debatte von der Klimafrage dominiert wird, geht mir zu weit“, sagte Schröder.

    „Die Volksparteien haben es immer geschafft, einen breiten Katalog gesellschaftlicher Fragen zu beantworten: Was ist mit unserer Wettbewerbsfähigkeit? Wie ist es um unser Bildungssystem bestellt? Wie können wir bei der Digitalisierung Schritt halten? Das sind wichtige Fragen. Derzeit wird aber alles von der Klimadebatte überdeckt.“

    Das erklärt auch laut Schröder den Höhenflug der Grünen in den Umfragen. „Meine Prognose ist jedoch: Auf Dauer wird das nicht reichen, um diese Republik aufrecht zu erhalten“, so Schröder.

     

    ns/sb

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    Tags:
    Donald Trump, Gerhard Schröder, USA, Deutschland