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    Irans Präsident Hassan Rouhani besucht das Kernkraftwerk Bushehr (Archiv)

    Iran verkündet Beginn von höherer Urananreicherung

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    Politik
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    Atomstreit mit Iran (137)
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    Der Iran hat am Sonntag erklärt, dass er sich ab sofort nicht mehr an das im Wiener Atomabkommen 2015 erlaubte Limit zur Urananreicherung halten will.

    „Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht”, sagte Regierungssprecher Ali Rabei.

    Diese Mitteilung bestätigten am Samstag in den Medien erschienene Berichte. 

    In einer Pressekonferenz sagten hochrangige iranische Beamte, Teheran werde seine Verpflichtungen im Rahmen des Atomabkommens aus dem Jahr 2015 alle 60 Tage weiter reduzieren, wenn die anderen Unterzeichner des Vertrages den Iran nicht vor US-Sanktionen schützen. Allerdings lasse Teheran die Tür für Diplomatie offen. Das Land sei aber bereit, jede Menge Uran auf jedes erforderliche Niveau anzureichern. 

    „Wir werden Uran basierend auf unseren Bedürfnissen anreichern... im Moment müssen wir das für das Teheraner AKW benötigte Uran nicht anreichern. Wir werden Uran so anreichern, wie es für das Kernkraftwerk Bushehr erforderlich ist”, sagte Behrus Kamalwandi, Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation, gegenüber Reuters.

    Vor der Unterzeichnung des Wiener Abkommens, das die Obergrenze für die Urananreicherung bei 3,67 Prozent festlegte, reicherte der Iran sein Uran auf 20 Prozent für das Teheraner AKW und auf fünf Prozent für das AKW in Bushehr an.

    Ein „Marsch Richtung Kernwaffen”?

    Israels Energieminister Yuval Steinitz bezeichnete gegenüber dem Sender Ynet TV den Anstieg als „moderat”, räumte jedoch ein, dass Teheran somit einen Marsch „Richtung Kernwaffen” beginne. Allerdings muss waffenfähiges Uran auf mindestens 85 Prozent angereichert werden.

    Antwort auf US-Sanktionen

    Das Vorgehen des Irans ist dabei eine Reaktion auf Handlungen der US-Regierung. Diese hatte vor einem Jahr das mühsam ausgehandelte Atomabkommen einseitig aufgekündigt und neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt. So will US-Präsident Donald Trump ein wesentlich schärferes Atomabkommen erzwingen.

    Die verhängten Sanktionen treffen Teile der iranischen Wirtschaft schwer.

    Zuletzt hatte sich der amerikanisch-iranische Streit auch militärisch zugespitzt. Der Iran schoss eine Drohne des US-Militärs ab, die USA planten daraufhin nach eigenen Angaben einen Angriff auf iranisches Gebiet, den sie aber kurz vor Ausführung doch noch abbliesen.

    msch/ae/dpa/rtr

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    Themen:
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    Tags:
    Anreicherung, Urananreicherung, Uran, Iran, Iranisches Atomabkommen, Atomabkommen, Atomdeal