12:31 26 Januar 2020
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    Der britische Botschafter in Washington hat einem Medienbericht zufolge in internen Vermerken ein verheerendes Bild von der Regierung von US-Präsident Donald Trump gezeichnet. Das berichtete die Zeitung „Mail on Sunday” unter Berufung auf eine Reihe von vertraulichen Notizen, die von 2017 bis in die Gegenwart reichten.

    „Wir glauben wirklich nicht, dass diese Regierung erheblich normaler wird; weniger funktionsgestört; weniger unberechenbar; weniger zerstritten; weniger diplomatisch unbeholfen und unfähig, zitiert das Blatt aus einer Notiz von Botschafter Kim Darroch.

    In einer anderen Mitteilung bezeichne dieser die US-Regierung als „einzigartig funktionsgestört”. Trump selbst beschreibe der Botschafter als jemanden, der „Unsicherheit ausstrahlt”.

    „Wir stehen womöglich eher am Beginn einer Abwärtsspirale als einer emotionalen Achterbahnfahrt: Es könnte etwas zum Vorschein kommen, das zu Blamage und Niedergang führt”, schrieb Darroch der Zeitung zufolge.

    Zugleich dürfe Trump aber nicht abgeschrieben werden, wird Darroch in dem Bericht zitiert. Es könne durchaus sein, dass Trump die Präsidentenwahl im kommenden Jahr gewinne und „angeschlagen, aber noch am Leben aus den Flammen auftaucht” wie einst der Actionschauspieler Arnold Schwarzenegger im Film „The Terminator”.

    „Verwirrung in der eigenen Regierung”

    In einer Notiz aus dem vergangenen Monat habe sich der britische Botschafter zu Trumps Entscheidung geäußert, einen bereits angeordneten Militärschlag gegen den Iran im letzten Augenblick abzusagen. Damit habe der Präsident für Verwirrung in der eigenen Regierung gesorgt. Der Zeitung zufolge hält es Darroch jedoch für möglich, dass Trump doch noch einen Konflikt mit dem Iran auslöst.

    „Ein einziger weiterer iranischer Angriff irgendwo in der Region könnte zu einer weiteren Kehrtwende Trumps führen. Außerdem würde der Tod eines Amerikaners wahrscheinlich den entscheidenden Unterschied ausmachen”, wird der Botschafter zitiert.

    Ein Sprecher des britischen Außenministeriums sagte, die Öffentlichkeit erwarte, dass die Botschafter den Ministern ehrliche und offene Einschätzungen vorlegten. Dabei sei wichtig, dass diese Stellungnahmen vertraulich bleiben.

    Trump war im Juni zu einem Staatsbesuch in Großbritannien. Dabei betonte er die „spezielle Beziehung” beider Länder und stellte den Briten eine „phänomenale Handelsvereinbarung” in Aussicht, nachdem sie die Europäische Union verlassen hätten.

    ai/rtr

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    Tags:
    US-Regierung, Botschafter, Großbritannien, Donald Trump