19:25 17 Februar 2020
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    Der Iran hat am Montag mit einem weiteren Teilausstieg aus dem Atomabkommen gedroht und zugleich seine Gesprächsbereitschaft bekräftigt.

    Am Montag bestätigte der Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation Behrus Kamalwandi, dass der Iran die 3,67-Prozent-Obergrenze bei der Urananreicherung nun offiziell überschritten habe.

    „Der Westen sollte nicht die legitimen Entscheidungen des Irans kritisieren, sondern versuchen, uns mit praktischen Lösungen davon zu überzeugen, an dem Abkommen festzuhalten“, verlautbarte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Montag in Teheran.

    Der Iran habe sich bis zum vergangenen Monat an den Vertrag gehalten, die USA aber seien schon vor einem Jahr ausgestiegen und hätten keine ihrer Verpflichtungen erfüllt, fügte Mussawi hinzu.  

    Mussawi betonte, der Iran sei trotz der Probleme weiter an einer Rettung des Abkommens interessiert. „Das Fenster der Diplomatie bleibt offen“, sagte er. Das gelte auch für die Vereinigten Staaten – allerdings nur, wenn Washington die Sanktionen aufhebe, was jedoch als unwahrscheinlich gilt.

    Mussawi kündigte an, dass ein Berater des französischen Präsidenten, Emmanuel Macron, in den nächsten Tagen zu Gesprächen im Iran erwartet werde. Ende Juli solle es ein Treffen der Außenminister aller Vertragspartner ohne die USA geben.

    Die Führung in Teheran hatte am Sonntag angekündigt, Uran wieder je nach Bedarf auf fünf bis 20 Prozent anzureichern, wobei nach dem Wiener Abkommen eine Anreicherung auf maximal 3,67 Prozent zugelassen ist. Dieser Schritt kam als eine Reaktion auf das Vorgehen der USA, die seit ihrem Ausstieg aus dem Atomabkommen schwere Sanktionen gegen Teheran verhängt hatten, gewertet werden.

    Kommenden Mittwoch will der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bei einer Sondersitzung über die Lage beraten.

    msch/ae/dpa/sna

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    Tags:
    Atomdeal, Iranisches Atomabkommen, Urananreicherung, Uran, USA, Iran