22:55 01 Dezember 2020
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    Der Vorsitzende des Auswahlausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des britischen Parlaments, Tom Tugendhat, hat Scotland Yard am Montag damit beauftragt, die Umstände des Durchsickerns von geheimen diplomatischen Schreiben des britischen Botschafters in den USA, Kim Darroch, zu untersuchen.

    Am vergangenen Samstag hatte die britische Zeitung „The Daily Mail“ Auszüge aus Darrochs geheimen diplomatischen Telegrammen und Informationsschreiben zitiert, in denen er unter anderem seine Zweifel äußerte, dass die Regierung Trump „erheblich normaler wird; weniger funktionsgestört; weniger unberechenbar; weniger zerstritten; weniger diplomatisch unbeholfen und unfähig“.

    Darroch hatte demnach Trump in seinen Notizen „unfähig“ und „inkompetent“ genannt sowie die britische Regierung gewarnt, Trumps Karriere könnte „schmachvoll enden“. Die Konflikte innerhalb des Weißen Hauses beschrieb er als „Messerkämpfe“.

    Nun soll Scotland Yard Ermittlungen diesbezüglich aufnehmen. Wie Tom Tugendhat am Montag im Repräsentantenhaus des britischen Parlaments erklärte, sei er besorgt darüber, dass Großbritannien aufgrund eines Leaks einen „gewissen Ruf“ erlangen könnte. Deswegen habe er die Leiterin der Behörde, Cressida Dick, in einem Brief damit beauftragt, die Umstände des Leaks zu untersuchen.

    „Ich habe Sie um die Zusicherung gebeten, dass alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um sicherzustellen, dass die Quelle dieses Leaks bestimmt wird“, so Tugendhat.

    Am Montag hatte auch der Vizeaußenminister Großbritanniens, Alan Duncan, im britischen Parlament zu dem Leak-Skandal Stellung bezogen. Ihm zufolge soll die britische Regierung eine eigene Untersuchung des Vorfalls durchführen.

    „Die Regierung Ihrer Majestät bedauert diesen schwerwiegenden Verstoß gegen Verschlusssachen. Das ist völlig inakzeptabel. Wie der Premierminister bereits erklärte, haben wir weiterhin volles Vertrauen in den britischen Botschafter in Washington, Sir Kim Darroch, vor dem wir als angesehenem und langjährigem Diplomaten großen Respekt haben“, so Duncan.

    US-Präsident Donald Trump kommentierte den Skandal vor Journalisten wie folgt: „Der Botschafter hat dem Vereinigten Königreich nicht gut gedient. Wir sind keine großen Fans dieses Mannes“.

    am/gs

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    Tags:
    Alan Duncan, Donald Trump, Großbritannien, USA