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    Großbritanniens Soldaten während der Übungen (Archiv)

    Großbritannien und Frankreich sollen zusätzliche Militärs nach Syrien schicken – Medien

    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
    Politik
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    Großbritannien und Frankreich haben offenbar zugestimmt, zusätzliche Kräfte nach Syrien zu schicken. Damit sollen die US-Soldaten ersetzt werden, die der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, abziehen will, schreibt das Magazin „Foreign Policy“ unter Berufung auf Quellen.

    Ein Beamter der US-Administration soll gegenüber dem Magazin bestätigt haben, dass Großbritannien und Frankreich die Zahl ihrer Militärs „gering erhöhen“ würden: nämlich um zehn bis 15 Prozent. Bei London und Paris handelt es sich um Einzelpartner Washingtons, die immer noch Bodentruppen in Syrien haben.

    Andere Länder werden laut dem Magazin möglicherweise auch eine „kleine Truppenzahl“ nach Syrien schicken. Allerdings werden die Vereinigten Staaten dafür „zahlen müssen“.

    Italien, Balkan- und baltische Länder: Truppenentsendeng möglich

    Neben Großbritannien und Frankreich soll bald auch Italien eine Entscheidung treffen, ob es zusätzliche Kräfte nach Syrien schicken werde. Darüber hinaus werden mehrere Balkan- und baltische Staaten „fast sicher“ Militärs entsenden: eine „kleine Anzahl von Soldaten“ aus jedem Land, so das Portal.

    Die Vereinigten Staaten sind demzufolge „im Großen und Ganzen enttäuscht“ über die Versuche, von der Gewährung zusätzlicher Ressourcen für den Kampf gegen IS*-Gruppen in Syrien ihre Verbündeten zu überzeugen. Weder die genaue Zahl der zusätzlichen Militärs noch die Zeitrahmen für ihre Stationierung seien bekannt.

    Seibert: BRD schickt keine Bodentruppen nach Syrien

    Der deutsche Regierungssprecher, Steffen Seibert, teilte am Montag mit, dass Berlin es „ins Auge“ fasse, seine bisherigen Maßnahmen im Rahmen der Anti-IS-Koalition fortzuführen. Dazu zählen allerdings „bekanntlich keine Bodentruppen“.

    Seibert betonte dabei, die Bundesregierung wolle nur die bisherigen militärischen Beiträge zur Anti-IS-Koalition – „Tornado“-Aufklärungsjets, ein Tankflugzeug und Ausbilder im Irak – fortführen.

    US-Appell an Deutschland

    Der US-Sonderbeauftragte für Syrien und die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey, hatte zuvor die Bundesregierung um Unterstützung der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Nordosten des Landes mit Bundeswehr-Kräften gebeten. Konkret geht es um den Einsatz von Ausbildern, Logistikern und technischen Spezialisten.

    Donald Trump hatte im Dezember den Abzug von rund 2000 amerikanischen Soldaten aus Nordost-Syrien angekündigt. Dort unterstützen sie die oppositionelle Miliz SDF, deren Kämpfer im März die letzte Hochburg der IS-Terroristen in Syrien eingenommen hatten. Dennoch sind Dschihadisten weiterhin aktiv – nun im Untergrund.

    Inzwischen hieß es aber aus Washington, man wolle doch bis zu 400 Soldaten in Nordost-Syrien lassen, damit sich die Situation in den Kurdengebieten stabilisiert. Dabei soll es außerdem um Unterstützung der US-Verbündeten aus der Anti-IS-Koalition gehen.

    *„Islamischer Staat“, auch Daesh: Terrororganisation, in Russland verboten

    mo/gs/sna

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    Tags:
    Syrien, Frankreich, Großbritannien, USA