13:02 21 Januar 2020
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    Der in der „Welt” kürzlich erschienene Artikel über die Panzerschlacht bei Prochorowka verzerrt laut dem russischen Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, die historische Realität. Die kritischen Ausführungen des Autors über das Denkmal für den Sieg der Roten Armee seien schlicht „inakzeptabel und nicht nachvollziehbar“.

    In dem Text heißt es nämlich, dass ein an gefallene sowjetische Soldaten erinnernder Glockenturm, der darin fälschlicherweise als Kapelle bezeichnet wird, „sofort abgerissen werden“ müsste.

    Netschajew kommentierte am Mittwoch auf Journalistenanfragen, man habe die „Welt”-Veröffentlichung vom 9. Juli empört und frustriert aufgenommen.  

    „Darin wird versucht, die Panzerschlacht bei Prochorowka im Juli 1943, eine der wichtigsten Episoden des Zweiten Weltkriegs, die direkt dessen weiteren Verlauf beeinflusst hatte, als ‚katastrophale Niederlage der Roten Armee‘ darzustellen“, kritisiert der Diplomat.

    Unter Berufung auf „irgendwelche neue Akten aus US-Archiven“ und ohne sich um eine „tiefgehende Geschichtsanalyse“ zu bemühen, ignoriere man die öffentlich bekannten Fakten zum Kampfverlauf sowie der gescheiterten Wehrmacht-Operation „Zitadelle” samt der Niederlage der deutschen Divisionen und der endgültigen Kriegswende nach der Schlacht bei Kursk.

    Im Fokus dabei stehe eine deprimierende Botschaft mit dem Ziel, die Bedeutung dieser Ereignisse und die entscheidende Rolle der Roten Armee bei der Bekämpfung der faschistischen Okkupation kleinzureden.

    Über die Geschehnisse der damaligen Zeit hätten bereits die Historiker anhand von zahlreichen Zeugnissen und Archivmaterialien ein klares Wort gesagt.

    „Diese Fakten wecken jetzt wie auch zuvor bei irgendjemanden einschließlich der deutschen Historiker-Gemeinschaft keinen Zweifel”, so Netschajew.

    „Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und seine Ergebnisse können nicht revidiert werden”, betonte er.

    Der leitende „Welt“-Redakteur für Geschichte, Sven Felix Kellerhoff, veröffentlichte am Dienstag einen Artikel unter dem Titel „Der ‘Sieg’ der Roten Armee, der in Wirklichkeit eine Niederlage war“, in dem der Sieg der Roten Armee in der Schlacht bei Prochorowka in Abrede gestellt wird.

    Die vom deutschen Historiker Karl-Heinz Frieser und seinem britischen Kollegen Ben Wheatly vorgelegten angeblich neuen Luftaufnahmen für den Kampf am 12. Juli sollen sein Urteil beweisen. Der Schluss seiner Entmystifizierungskampagne: Bei Prochorowka habe es gar keinen sowjetischen Sieg gegeben. Das Denkmal südwestlich von Prochorowka soll „abgerissen werden“.

    jeg/gs

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    Tags:
    Sergej Netschajew, Botschafter, Denkmal, Rote Armee, Schlacht, der Zweite Weltkrieg