18:27 17 November 2019
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    Die Flagge der Sowjetunion

    „Himmlisches Geschenk“: EU-Ratspräsident Tusk über Zerfall der Sowjetunion

    © Sputnik / Konstantin Chalabov
    Politik
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    Der Zusammenbuch der Sowjetunion ist laut EU-Ratspräsident Donald Tusk ein himmlisches Geschenk für ganz Mittel- und Osteuropa und nicht die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen. Tusk hat dies via Twitter verkündet.

    „Der Zusammenbruch der Sowjetunion war nicht die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts. Heute möchte ich in Georgien klar und deutlich sagen: Der Zusammenbruch der UdSSR war ein himmlisches Geschenk für die Georgier, Polen, Ukrainer und für ganz Mittel- und Osteuropa. Und auch für die Russen“, schrieb Tusk auf seinem offiziellen Twitter-Account.

    ​Im Jahr 2005 hatte der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Rede zur Lage der Nation den Zusammenbruch der Sowjetunion als die größte geopolitische Katastrophe des letzten Jahrhunderts bezeichnet.

    Im Jahr 2017 erläuterte Putin in einem Interview mit dem US-amerikanischen Regisseur Oliver Stone: „Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war es dazu gekommen, dass 25 Millionen Russen von heute auf morgen im Ausland landeten, und dies ist wirklich eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts.“

    Sowjetische Truppen verlassen Afghanistan 1989
    © Sputnik / Alexander Liskin

    Putin zufolge waren im Land zuerst die Anzeichen (eines Bürgerkriegs – Anm. d. Red.) erschienen, und dann hatte der echte Bürgerkrieg begonnen. „Das soziale Sicherheitssystem wurde vollständig zerstört, ganze Wirtschaftssektoren stagnierten, das Gesundheitssystem wurde tatsächlich zerstört, die Armee geriet in einen bedauernswerten Zustand, und Millionen von Menschen befanden sich unter der Armutsgrenze“, so Putin weiter.

    Zerfall der Sowjetunion

    Faktisch hörte die Sowjetunion am 25. Dezember 1991 auf zu existieren, als der UdSSR-Präsident Michail Gorbatschow in einer Ansprache an das sowjetische Volk seinen Rücktritt verkündete. Diesem Ereignis ging ein Abkommen voraus, das die Staats- und Regierungschefs Russlands, Weißrusslands und der Ukraine am 8. Dezember unterzeichnet hatten, in dem sie die Auflösung der UdSSR erklärten und die Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) proklamierten. Dieses Dokument ging als Beloweshskaja-Abkommen in die Geschichte ein.

    August-Putsch

    Bereits 1990 hatten alle Sowjetrepubliken Erklärungen zur staatlichen Souveränität abgegeben. Um den Zusammenbruch des Landes zu stoppen, wurde am 17. März 1991 ein Referendum zur Erhaltung der UdSSR veranstaltet. Dafür hatten sich damals 76,4 Prozent der Teilnehmer ausgesprochen. Aufgrund der Ergebnisse des Referendums wurde im Frühjahr und im Sommer 1991 ein Entwurf für das Abkommen „Über die Union der Souveränen Republiken“ ausgearbeitet, dessen Unterzeichnung für den 20. August geplant war. Wegen des Putschversuchs vom 19. bis 21. August 1991, der als August-Putsch in die Geschichte einging, fand dies jedoch nie statt.

     

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    Tags:
    Zusammenbruch, Wladimir Putin, Michail Gorbatschow, UdSSR