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15:04 16 Juli 2019
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    US-Präsident Donald Trump beim „Social Media Summit“ am 11. Juli 2019

    Rechte Trolle und Verschwörungstheorien: Trump veranstaltet „Social-Media-Gipfel“

    © AP Photo / Evan Vucci
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump hat im Weißen Haus in Washington einen „Social Media Summit“, also einen Gipfel der Sozialen Medien, veranstaltet. Geladen waren vor allem rechte Trolle und provokante Persönlichkeiten, berichtet die Zeitung „Die Welt“.

    Am Donnerstag fand der „Social Media Summit“ im Weißen Haus statt, veranstaltet von Donald Trump. Der Präsident hatte zu einem Treffen gerufen, bei dem sich „die Größen der Digitalwirtschaft“ zusammenfinden sollten. So verlautete in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Plattformen wie Twitter, Facebook und YouTube zählten jedoch nicht zu den Gästen. Stattdessen wurden Personen eingeladen, die bekannt dafür sind, zu provozieren, zu diffamieren und Hass zu verbreiten, wie die Zeitung „Die Welt“ es in ihrem Artikel formulierte.

    Anlass für diese Zusammenkunft sei die angebliche oder tatsächliche Zensur und Unterdrückung von konservativen Meinungen in sozialen Netzwerken gewesen. Trump wolle es sich nicht mehr gefallen lassen, im Fernsehen und in den Zeitungen schlecht abgebildet zu werden. Er warf Twitter indirekt vor, die Zahl seiner Follower und Likes zu drücken. Seine konkrete Botschaft besteht darin, Internetkonzerne zum Gespräch einzuladen. Die angesprochenen Internetplattformen weisen Trumps Anschuldigen nicht zum ersten Mal zurück.

     

    Die geladenen Gäste

    Zu den Gästen im Weißen Haus gehörte der Radiojournalist Bill Mitchell, der gelegentlich Verschwörungstheorien der Gruppe „QAnon“ verbreitet. Diese schreibt beispielsweise über folgende Theorien: Die US-Medien würden von Spionen der CIA geleitet werden. Die Demokraten würden Terroristen unterstützen und Geld mit Kinderpornos verdienen. Außerdem hätte der Sohn des ehemaligen Präsidenten J. F. Kennedy im Jahr 1999 seinen Tod bei einem Flugzeugabsturz nur vorgetäuscht und kämpfe nun mit Trump gegen die Zerstörung Amerikas durch die Linke. Der Journalist selbst schien sich über die Einladung zu freuen, wie man seinem Tweet: „Ich sitze fünf Meter vom Präsidenten entfernt“, entnehmen kann.

    Ein weiterer Gast war die „Pro Life“-Aktivistin Lila Rose. Sie ist Gründerin der Organisation „Life Action“, die sich nach eigenen Angaben gegen Abtreibungen engagiert. Ihrer Rede zufolge ist ihr Social Media Account schon seit vier Jahren gesperrt. Außerdem wurden ihre Bilder von Pinterest gelöscht, weil sie „Fehlinformationen und verschwörungstheoretische Inhalte verbreiten“.

    Auch Carpe Donktum, der unter diesem Pseudonym gefälschte Videos von Demokraten-Kandidat Joe Biden produzierte, war anwesend. Genauso Charlie Kirk, Gründer einer Organisation, die gegen Einwanderer und Muslime hetzt.

    Trump nutzte die Gelegenheit des Zusammentreffens in seinem Amtssitz aus, um seine politischen Gegner anzugreifen. Er sprach davon, dass die Demokraten Amerika in einen kommunistischen Staat verwandeln wollten. Außerdem verteidigte er seinen Handelskrieg gegen China. Die Zeitung „Die Welt“ bewertet diesen „Gipfel“ als nichts weiter als eine „Wahlkampfveranstaltung“.

    Lm

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    Tags:
    Gipfel, Soziale Netzwerke, Donald Trump, USA