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    Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen

    Nach Zitteranfällen: Interne Debatten über vorzeitigen Rücktritt von Merkel entflammt – Bericht

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat innerhalb weniger Wochen drei Zitteranfälle erlitten. Dennoch erklären sie und Vertreter der Bundesregierung, dass ihr Gesundheitszustand gut und Gedanken über einen möglichen Rücktritt grundlos seien. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters legt nun aber das Gegenteil nah.

    Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, dem 12. Juli, unter Berufung auf nicht näher genannte „hohe Vertreter“ der CDU berichtet, sei es nicht ausgeschlossen, dass Angela Merkel aus gesundheitlichen Gründen doch vorzeitig zurücktritt und die politischen Geschäfte ihrer Nachfolgerin überlässt.

    Laut Reuters sind in CDU-Kreisen Debatten darüber entbrannt, ob die 64-jährige Merkel wirklich bis 2021 durchhalten kann, wie Merkel es zuvor angekündigt hatte.

    „Die Zitteranfälle befeuern die CDU-interne Debatte darüber, ob der zwischen Merkel und (...) Kramp-Karrenbauer vereinbarte Machtwechsel erst im Jahr 2021 stattfinden kann“, zitiert Reuters ein nicht näher genanntes Mitglied des CDU-Exekutivausschusses.

    Auch sollen die Debatten davon angeheizt worden sein, dass Kramp-Karrenbauer zuvor mehrfach erklärt hatte, ihr Amt als CDU-Chefin biete ihr nicht genügend politische Plattform.

    Zugleich sollen CDU-Quellen gegenüber Reuters erklärt haben, dass keine der beiden Politikerinnen sich eine Änderung des ursprünglichen Zeitplans wünschten – nicht zuletzt, weil ein vorzeitiger Rücktritt zu Neuwahlen und dem Ende der regierenden Großen Koalition führen würde.

    Im Dezember 2018 war Merkel als CDU-Chefin zurückgetreten. Ihre Nachfolgerin wurde Annegret Kramp-Karrenbauer, die auch vermutlich beste Chancen auf die Kanzlerschaft hätte.

    Zitteranfälle von Merkel

    Den ersten Zitteranfall hatte Merkel bei ihrem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski am 18. Juni erlitten. Dann zitterte sie erneut am 27. Juni bei einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

    Nun erlitt sie am 10. Juli den dritten Zitteranfall, als sie mit dem finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne zusammentraf.

    Dennoch hatte Merkel immer wieder erklärt, dass es ihr gut gehe und sie ihr Amt voll ausführen könne. Sie sei sich ihrer „Verantwortung bewusst“, so Merkel.

    Während eines Treffens mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen am 11. Juli hatte Merkel die Hymnen von Deutschland und Dänemark jedoch im Sitzen angehört, was die Spekulationen über ihren Gesundheitszustand noch weiter befeuerte.

    SB/ng/

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    Tags:
    Annegret Kramp-Karrenbauer, Angela Merkel